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Leptospiren

(Weitergeleitet von Leptospira)

1 Defintion

Leptospiren bzw. Leptospira sind eine Bakteriengattung aus der Klasse der Spirochäten, also Bakterien, deren Zellen schraubenförmig gewunden sind. Infektionskrankheiten, die von Leptospiren ausgelöst werden können, nennt man Leptospirosen.

2 Systematik

  • Domäne: Bakterien (Bacteria)
    • Abteilung: Spirochaetae
      • Klasse: Spirochäten (Spirochaetes)
        • Ordnung: Spirochaetales
          • Familie: Leptospiraceae
            • Gattung: Leptospira

3 Merkmale

3.1 Morphologie

Obwohl schon über 200 Arten der Gattung beschrieben wurden, haben alle Anhänger große morphologische Gemeinsamkeiten. Es handelt sich um gramnegative, spiralförmige Bakterien, die oft hakenförmige oder knopfartige Verdickungen an den Enden besitzen. Sie sind sehr dünn, im Durchmesser nur etwa 0,1 μm, und variieren in der Länge zwischen 6 und 20 μm und damit in der Anzahl der Windungen.

Durch den sehr geringen Durchmesser können Leptospiren Membranporen passieren, deren Porengröße größer als 0,2 μm ist. So können sie schlecht von in der Mikrobiologie verwendeten Membranfiltern aus Flüssigkeiten entfernt werden. Das Bakterium bildet keine Endosporen und ist aktiv durch Drehungen um die eigene Körperachse beweglich.

3.2 Lebensraum

Leptospiren, sowohl pathogene als auch saprophytäre, kommen mit Ausnahme der Antarktis ubiquitär vor. Voraussetzung für eine Ansiedlung sind eine hohe Luftfeuchtigkeit und ein neutraler pH-Wert. Natürlicher Lebensraum der Bakterien sind stillstehende Gewässer, zum Beispiel flache Seen, Sümpfe, Pfützen oder Teiche. Es gibt Arten, die parasitär im Menschen und in Tieren leben, aber auch freilebende Arten.

3.3 Wachstum und Stoffwechsel

Der Stoffwechsel der Leptospiren ist obligat aerob, das heißt eine Vermehrung erfolgt nur bei Anwesenheit von Sauerstoff. Für das Wachstum ist ein pH-Wert von 7,2-7,6 optimal, das Temperaturoptimum liegt bei 28-30 °C. Das Bakterium bevorzugt im Nährmedium langkettige Fettsäuren für den chemoorgano-heterotrophen Stoffwechsel. Die Zellteilung erfolgt langsam mit einer Generationszeit von 7 bis 16 Stunden.

Fachgebiete: Bakteriologie

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