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Non-Hodgkin-Lymphom

Synonym: NHL
Englisch: Non-Hodgkin lymphoma

1 Definition

Als Non-Hodgkin-Lymphom, kurz NHL, bezeichnet man die Gruppe aller malignen Lymphome, d.h. monoklonaler Neoplasien von B- oder T-Lymphozyten, die nicht die Merkmale eines Hodgkin-Lymphoms tragen.

2 Einteilung

Non-Hodgkin-Lymphome können auf unterschiedliche Weise klassifiziert werden. Gängig ist heute v.a. die WHO-Klassifikation (alternativ: REAL- und Kiel-Klassifikation). Ausgehend von der REAL-Klassifikation kann nach klinischen Kriterien weiter in aggressive und sehr aggressive Lymphome differenziert werden.

2.1 B-Zell-Lymphome

B-Zell-Lymphome machen ca. 80-85% der Non-Hodgkin-Lymphome aus. Man unterteilt sie in

2.2 T-Zell-Lymphome

Bei ungefähr 15-20% der Non-Hodgkin-Lymphome handelt es sich um T-Zell-Lymphome. Hier unterscheidet man:

3 Epidemiologie

Die Inzidenz liegt bei ca. 5-10 pro 100.000 / Jahr. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Eine Häufung ist v.a. in höherem Lebensalter zu beobachten. Ein drastisch erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht bei HIV-Erkrankung.

4 Ursachen

Die ungehemmte Vermehrung der Lymphozyten ist auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen, dazu gehören vor allem angeborene genetische Veränderungen, Immunschwäche, Autoimmunerkrankungen, Mutationen infolge von chemischen oder physikalischen Einwirkungen (Therapie mit Zytostatika, ionisierende Strahlung, etc.) oder bestimmte Infektionskrankheiten (z.B. onkogene Viren).

5 Symptomatik

Ein Non-Hodgkin-Lymphom äußert sich zunächst meist als schmerzlose Lymphknotenvergrößerung (Lymphadenopathie). Im weiteren Verlauf leichte Ermüdung und verminderte Leistungsfähigkeit, B-Symptomatik (Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust) und erhöhte Infektanfälligkeit.

6 Diagnostik

Das Stadium eines Non-Hodgkin-Lymphom kann mittels der Ann-Arbor-Klassifikation angegeben werden.

7 Therapie

Unter anderem kommen Polychemotherapie, Radiotherapie, Stammzelltransplantation zum Einsatz. Siehe einzelne Lymphom-Typen.

8 Prognose

Die Prognose ist je nach NHL-Typ sehr unterschiedlich. Teils bestehen sehr gute kurative Chancen, es kommen aber auch aussichtslose Prognosen vor, die nur eine palliative Versorgung gestatten. Oft besteht ein langer stationärer Verlauf. Große Probleme bereiten oft eine begleitende Knochenmarkinsuffizienz mit Anämie, Blutungen und Infektanfälligkeit.

9 Links

Kiel/WHO Klassifikation der Non-Hodgkin-Lymphome [1]

Fachgebiete: Onkologie

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