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Tetanus

(Weitergeleitet von Tetanusinfektion)

von griechisch: tetanos - Krampf
Synonym: Wundstarrkrampf
Englisch: tetanus

1 Definition

Der Tetanus ist eine nach Wundinfektion mit dem Erreger Clostridium tetani hervorgerufene Infektionskrankheit. Durch Clostridium tetani gebildetes Tetanustoxin führt zur spastischen Lähmung der Muskulatur.

2 Erreger

Clostridium tetani ist ein grampositives, sporenbildendes, peritrich begeißeltes, anaerobes Stäbchen.

3 Pathogenese

Clostridium tetani tritt in die Wunde ein und bildet 2 Exotoxine:

Auch bei Bagatellverletzungen kann es zu einer Kontamination von Wunden kommen, da Clostridium tetani ubiquitär vorkommt.

4 Klinik

Die Inkubationszeit beträgt 2-20 Tage. Erste Anzeichen eines sich entwickelnden Tetanus sind Kopfschmerzen, Schwindel, Schweißausbrüche und gesteigerte Auslösbarkeit der Muskeleigenreflexe.

Im weiteren Verlauf bilden sich spastische Lähmungen aus. Häufig beschrieben wird der für den Tetanus charakteristische Trismus, bei der ein gesteigerter Tonus der Kaumuskulatur zu einer myogenen Kieferklemme führt. Weiterhin stellt sich durch die Spastik der mimischen Muskulatur bedingt ein charakteristisch verspannter Gesichtsausdruck, der Risus sardonicus ein. Eine langstreckige tonische Kontraktion der Rückenmuskulatur bezeichnet man als Opisthotonus.

Gefährliche Ausmaße können die tonisch-klonischen Krämpfe annehmen, ein Befall der Atemmuskulatur bedingt akute Lebensgefahr.

5 Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch den Nachweis des Tetanustoxins im Serum bzw. Wundmaterial des Patienten und dem klinischen Bild.

6 Therapie

Der Tetanus muss unter intensivmedizinischen Bedingungen symptomatisch therapiert werden. Zur Linderung der tonisch-klonischen Krampfzustände können Antikonvulsiva und Muskelrelaxanzien eingesetzt werden. Bei einem Befall der Atemmuskulatur ist eine künstliche Beatmung notwendig.

Zur Elimination des zirkulierenden Tetanustoxins sollten Anti-Tetanustoxin-Antikörper (Tetagam®) verabreicht werden. Zur Vermeidung einer weiteren Toxinproduktion ist die verantwortliche Wunde zu sanieren.

Zur Prävention des Tetanus eignet sich die Tetanus-Schutzimpfung (Tetanol®), bei der durch Verabreichung eines Toxoids eine ca. 10 Jahre lang anhaltende Immunität erzielt werden kann. Ein unklarer Impfstatus lässt sich mit Hilfe eines Tetanus-Schnelltests klären.

Für Tetanus in der Physiologie siehe: tetanische Kontraktion

Der Einwand ist berechtigt - habe ich abgeändert. Danke für den Hinweis. Wenn in jeder Wunde Clostridien wären, gäbe es die Menschheit wahrscheinlich nicht mehr. ;-)
#3 am 21.04.2017 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Hallo Herr Dr. Neuschaefer-Rube, vielen Dank für Ihr Feedback. Das Flexikon ist ein offenes Lexikon, an dem sich jeder beteiligen kann. Wenn Sie also Fehler oder Ungenauigkeiten in Artikeln entdecken, sind Sie herzlich dazu eingeladen, diese selbst zu korrigieren. Wenn Sie eingelogged sind, können Sie jederzeit über den roten "Bearbeiten"-Button Änderungen am Text vornehmen. Viele Grüße
#2 am 21.04.2017 von Falk Müllner (DocCheck Team)
"Eine Kontamination von Wunden mit dem ubiquitär vorkommenden Clostridium tetani ist auch bei Bagatellverletzungen mit großer Sicherheit anzunehmen. " Mit großer Sicherheit scheint mir hier ein wenig hoch gegriffen. Natürlich sollte man immer von der Möglichkeit der Infektion auch bei Bagatellverletzungen ausgehen und natürlich sollte sich jeder präventiv impfen und auffrischen lassen, aber kann jemand eine Zahl nennen, wie oft tatsächlich Sporen in Wunden gelangen?
#1 am 21.04.2017 von Nils Neuschaefer-Rube (Arzt | Ärztin)

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