Risus sardonicus
von lateinisch: risus - Gelächter; griechisch: sardonios - bitter
Synonyme: sardonisches Grinsen, Tetanusgesicht, Tetaniegesicht
Englisch: sardonic laugh, sardonic grin
Definition
Als Risus sardonicus bezeichnet man eine pathologische Kontraktion der mimischen Muskulatur, die einem hämischen Grinsen ähnelt. Sie ist durch ein laterales Verziehen der Mundwinkel gekennzeichnet. Dieses klinische Zeichen tritt vor allem beim Tetanus auf.
Erscheinungsbild
Typisch ist ein starrer Gesichtsausdruck mit geöffnetem Mund und weit verzogenen Mundwinkeln. Zusätzlich können die Augenlider durch Blepharospasmus fest geschlossen und der Kiefer durch Trismus verkrampft sein.
Der Risus sardonicus ist ein frühes Zeichen des generalisierten Tetanus. Es tritt typischerweise zusammen mit Opisthotonus, Rigor, schmerzhaften Muskelkrämpfen, autonomen Dysfunktionen und erhöhter Schmerzempfindlichkeit auf. Bei Beteiligung der Atemmuskulatur kann es zum Atemstillstand kommen.
Ursache
Das von Clostridium tetani produzierte Toxin Tetanospasmin blockiert die präsynaptische Freisetzung der Neurotransmitter GABA und Glycin im ZNS. Dadurch kommt es zur Disinhibition der Motoneurone mit unkontrollierten Muskelkontraktionen.
Differentialdiagnose
- Rabies (Tollwut): Unwillkürliche Muskelspasmen im Gesichts- und Halsbereich begleitet von Hydrophobie
Podcast
Bildquelle
- Bildquelle Podcast: © Midjourney