Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
Bearbeiten

Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren,

Wir sind auf der Suche nach Schnee in Richtung Nordpol gefahren. Deswegen steht das Flexikon vom 14.12. bis 10.01.2019 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 10. Januar könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

Unser Tipp: Genießt die Zeit mit der Familie! Wir wünschen euch fröhliche Feiertage!

Bis bald
Euer Flexikon-Team

Muskelkrampf

Synonyme: Crampus, Krampf
Englisch: cramp

1 Definition

Ein Muskelkrampf ist eine plötzlich auftretende, schmerzhafte unwillkürliche Muskelkontraktion, die in der Regel nur kurz andauert. Ein Krampf kann durch verschiedene Faktoren begünstigt bzw. ausgelöst werden.

Vom Muskelkrampf abgegrenzt werden Muskelspasmen und Muskelkontrakturen. Ein Muskelkrampf ist keinesfalls mit einem epileptischen Krampfanfall zu verwechseln.

2 Einteilung

Muskelkrämpfe können nach verschiedenen Aspekten eingeteilt werden. Man unterscheidet:

  • paraphysiologische Krämpfe
  • symptomatische Krämpfe
  • idiopathische Krämpfe

Paraphysiologische Krämpfe sind mit Abstand die häufigsten. Sie treten beim Gesunden unter bestimmten Bedingungen (z.B. körperliche Überlastung, Schwangerschaft) auf. Symptomatische Krämpfe sind hingegen Ausdruck einer internistischen oder neurologischen Grunderkrankung. Idiopathische Krämpfe können auf keine erkennbaren Ursachen zurückgeführt werden.

3 Betroffene Muskelgruppen

Häufig betroffene Muskelgruppen sind Wadenmuskulatur, Oberschenkelmuskulatur, Fußmuskulatur sowie Bauch- und Rückenmuskeln. Im klinischen Alltag dominieren mit Abstand Wadenkrämpfe als häufigstes Problem.

4 Ursachen

Die häufigste Ursache für Krämpfe sind Störungen im Elektrolythaushalt des Körpers, die meistens Magnesium oder Calcium betreffen. Eine Verschiebung des Elektrolytgleichgewichts im Blut kann z.B. bei starkem Schwitzen, Hyperventilation oder bei Alkoholkonsum vorkommen.

Als Ursache für symptomatische Krämpfe kommen unter anderem in Frage:

Die Pathophysiologie von Muskelkrämpfen ist nicht vollständig geklärt.

4.1 Starkes Schwitzen

Beim starken Schwitzen scheidet der Körper über die Haut relativ viel Wasser mit Natriumchlorid (NaCl) aus, was zu einer Hypoosmolarität des Blutes führt, wodurch die Muskelzellen anschwellen, da sie Wasser aufnehmen um die Osmolarität auszugleichen. Dies führt zu einer Aktivierung der Calcium-Pumpe des Sarkoplasmatischen Retikulums, wodurch Calcium-Ionen in das Sarkoplasma befördert werden und dort eine Kontraktion auslösen.

4.2 Hyperventilation

Bei der Hyperventilation wird übermäßig viel Kohlendioxid (CO2) abgeatmet. Durch die dadurch entstehende respiratorische Alkalose bildet der Körper zur Kompensation vermehrt Kohlensäure aus Bikarbonat- und H+-Ionen. Da H+-Ionen normalerweise einen Großteil der Calcium-Ionen von den Bindungsstellen des Albumins fernhalten, indem sie selbst daran binden, werden nun vermehrt Calcium-Ionen an diesen Bindungsstellen festgehalten.

Die dadurch verminderte freie Calcium-Konzentration (Hypokalzämie) führt zu einer Aktivierung der Natrium-Ionenkanäle der Plasmamembranen der Muskelzellen und dadurch zu einer Kontraktion des Muskels. Die typischen Muskelkrämpfe bei Hyperventilation ist die sogenannte Pfötchenstellung der Hände, da die peripheren Muskeln zuerst von der Hypokalziämie betroffen sind.

4.3 Alkoholkonsum

Bei vermehrtem Alkoholkonsum ist ebenfalls die Wahrscheinlichkeit von auftretenden Muskelkrämpfen erhöht. Oft berichten Patienten von nächtlich auftretenden Wadenkrämpfen. Dies ist vermutlich auf die dehydrierende Wirkung des Alkohols auf den Körper zu erklären. Der Alkohol verhindert dabei die Ausschüttung des antidiuretischen Hormons, welches die Rückresorption von Wasser in den Sammelrohren der Nephrone der Niere steigert. Fehlt dieses Hormon wird vermehrt Wasser ausgeschieden. Wenn dieser Verlust nicht rechtzeitig durch viel Trinken kompensiert wird, kommt es zur Dehydratation des Körpers.

5 Prophylaxe

Als Prophylaxe gegen das Auftreten von Muskelkrämpfen haben sich unter anderem im sportmedizinischen Bereich die Aufnahme von ausreichend Elektrolyten bewährt. Dies kann z.B. in Form von Obst oder speziellen isotonischen Getränken geschehen. Bei vermehrtem Alkoholkonsum sollte währenddessen und danach auf eine ausreichende (alkoholfreie) Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.

6 Therapie

Eine befriedigende Kausaltherapie steht zur Zeit (2007) nicht zur Verfügung. Die symptomatische Therapie erfolgt meist mit physikalischen Maßnahmen und Elektrolytgabe. Dazu zählen unter anderem:

  • Manuelle Kompression oder passive Dehnung des Muskels
  • Lokale Wärmeapplikation
  • Hochlagerung
  • Magnesium

Bei schwereren Verlaufsformen kommen auch Antiepileptika (z.B. Phenytoin oder Carbamazepin) in Frage.

Kann durchaus sein. Ist aber auch plausibel, dass beide Zelltypen betroffen sind. Wenn du eine Quelle findest, die das eindeutig belegt, bitte hier ergänzen.
#2 am 19.01.2018 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
H.Zöller
Hallo, ich habe mich gerade mit dem Thema Hyperventilation auseinandergesetzt. Es ist doch so, dass durch Hypokalzämie an der NERVENZELLE eine Hyperpolarisation bewirkt und dadurch eine verstärkte Aktivität der Natrium-Kanäle folgt. Die Folge daraus ist dann eine Neuronale Übererregbarkeit mit Muskelkontraktionen (Tetanien). Falls das so stimmt bitte korrigieren, wenn nicht tut es mir leid (:
#1 am 11.01.2018 von H.Zöller (Rettungsassistent)

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

30 Wertungen (3.23 ø)

200.713 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2018 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: