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Muskelrelaxans

Synonym: Myotonolytikum
Englisch: muscle relaxant

1 Definition

Muskelrelaxanzien sind Medikamente zur Entspannung ("Relaxierung") der Skelettmuskulatur. Sie setzen den Muskeltonus herab und werden in der Anästhesie und in der Intensivmedizin zur Muskelrelaxation eingesetzt.

2 Peripher wirkende Muskelrelaxanzien

Peripher wirkende Muskelrelaxanzien blockieren die neuromuskuläre Reizübertragung an den motorischen Endplatten und rufen dadurch eine reversible Lähmung der Muskeln hervor. Peripher wirkende Muskelrelaxanzien werden zur Durchführung von Narkosen bzw. Operationen eingesetzt, um den Tonus der Skelettmuskulatur herabzusetzen oder gänzlich aufzuheben.

Je nachdem, ob sie an der Endplatte eine Depolarisation auslösen oder nicht, kann man sie weiter in zwei Hauptgruppen unterteilen:

  • depolarisierende Muskelrelaxanzien und
  • nicht-depolarisierende Muskelrelaxanzien

2.1 Depolarisierende Muskelrelaxanzien

Depolarisierende Muskelrelaxanzien wirken als Agonisten am Nikotinrezeptor. Da sie nicht durch Acetylcholinesterase abgebaut werden, öffnen sie die Ionenkanäle der Nikotinrezeptoren der Endplatte dauerhaft und inaktivieren die spannungsabhängigen Natriumkanäle. Auf diese Weise verhindern sie die Ausbreitung des Aktionspotentials auf die Muskulatur. Vertreter dieser Gruppe sind

2.2 Nicht-depolarisierende Muskelrelaxanzien

Nicht-depolarisierende Muskelrelaxanzien wirken als kompetitive Antagonisten am Nikotinrezeptor und verhindern über dessen Blockierung die Reizweiterleitung. Ihre Wirkung kann durch Antagonisten wie Neostigmin oder Pyridostigmin aufgehoben werden.

2.3 Myotrope Muskelrelaxanzien

Direkt wirkende, myotrope Muskelrelaxanzien entfalten ihre Wirkung direkt im Muskelgewebe, indem sie dort den Einstrom von Calcium in das Myoplasma hemmen. Sie werden vor allem bei Skelettmuskelspastik nach Schädigungen des ZNS und bei maligner Hyperthermie eingesetzt. Ein Beispiel ist

2.4 Weitere Substanzen

Neben der Blockade der Acetylcholinrezeptoren kann eine Muskelrelaxation auch durch die Hemmung der Acteylcholinfreisetzung in der Präsynapse erreicht werden. Dieser Form der Wirkung ist kennzeichnend für

3 Zentral wirkende Muskelrelaxanzien

Zentral wirkende Muskelrelaxanzien entfalten ihre Wirkung im ZNS. Sie sorgen für eine generelle "Erschlaffung" der Muskeln, ohne dass eine Lähmung ausgelöst wird. Ihr Anwendungsgebiet sind hauptsächlich Spasmen oder Verspannungen der quergestreiften Muskulatur, z.B. im Rahmen eines HWS-Syndroms oder einer Lumboischialgie. Zu ihnen gehören u.a.:

Fachgebiete: Pharmakologie

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