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Methocarbamol

Handelsnamen: Dolovisano®, Robaxin®, Ortoton®
Englisch: methocarbamole

1 Definition

Methocarbamol ist ein zentral wirksames Muskelrelaxans. Es hemmt die Reflexleitung im Rückenmark und bestimmten Hirnzentren, was zu einer Erschlaffung der verspannten Muskulatur führt.

2 Chemie

Methocarbamol ist das Carbamat des Guaifenesins, wird aber nicht zu Guaifenesin verstoffwechselt. Die chemische Bezeichnung für Methocarbamol lautet: 3-(2-methoxyphenoxy)-1, 2-propanediol 1-carbamat.

3 Wirkmechanismus

Der genaue Wirkungsmechanismus von Methocarbamol ist noch nicht (2014) vollständig geklärt. Angenommen wird eine allgemeine Dämpfung des ZNS mit daraus resultierender Reflexleitungshemmung auf spinaler Ebene durch inhibierende Interneurone. Polysynaptische Reflexe werden in therapeutischen Dosen gehemmt, nicht aber die monosynaptischen Reflexe wie bei den Barbituraten.

Methocarbamol hat keine direkte Auswirkung auf die Kontraktion der quergestreiften Muskulatur, die motorische Endplatte oder die Nervenfasern.

4 Pharmakokinetik

Die Plasmahalbwertzeit beträgt 1 bis 2 Stunden, die Plasmaproteinbindung ca. 48%. Methocarbamol wird via Alkylierung und Hydroxylierung metabolisiert, wahrscheinlich ist auch eine Konjugation. Metabolite und kleine Mengen der unveränderten Muttersubstanz werden renal ausgeschieden

5 Indikationen

6 Darreichungsformen

7 Unerwünschte Wirkungen

8 Wechselwirkungen

Methocarbamol kann die Wirkung folgender Arzneimittel verstärken und/oder in einer unvorhersehbaren Weise beeinflussen:

Die Wirkung von Pyridostigmin kann abgeschwächt werden, daher darf Methocarbamol Patienten, die mit Pyridostigmijn behandelt werden, nicht verabreicht werden.

Methocarbamol kann eine Farbinterferenz bei Laboruntersuchungen auf 5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIAA) und Vanillinmandelsäure (VMA) verursachen.

9 Kontraindikationen

Bei Funktionsstörungen der Leber und der Nieren darf Methocarbamol nur unter strenger Indikationsstellung und Dosisanpassung verschrieben werden.

10 Verschreibungspflicht

Methocarbamol ist in Deutschland immer verschreibungspflichtig. Die Entlassung aus der Rezeptpflicht wurde 2018 diskutiert, jedoch nicht umgesetzt.

Fachgebiete: Pharmakologie

Diese Seite wurde zuletzt am 5. Februar 2022 um 23:43 Uhr bearbeitet.

Nicht nach der aktuellen Version von Gelbe Liste und Rote Liste
#2 am 20.12.2021 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Gast
Ortoton ist nicht rezeptpflichtig!
#1 am 20.12.2021 von Gast (Student/in der Humanmedizin)

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