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Botulinumtoxin A

Synonym: Beauty-Poison
Handelsnamen: Botox®, Dysport®

1 Definition

Botulinumtoxin A ist ein Subtyp des bakteriellen Stoffwechselprodukts Botulinumtoxin, das vom Erreger Clostridium botulinum gebildet wird. Es wird in der Medizin zu zahlreichen therapeutischen Zwecken eingesetzt. Die in der Öffentlichkeit bekannteste Indikation ist die Faltenglättung.

2 Funktionsweise

Botulinumtoxin A blockiert die neuromuskuläre Kopplung der Nerven an die Muskeln, bzw. Drüsen. Die Nervenimpulse können nicht mehr durch Acetylcholin vermittelt werden. Der Effektor (Muskel oder Drüse) kann die angeforderte Funktion nicht mehr ausführen. Die Wirkung hält für ca. 12 Wochen an.

Weitere Details siehe Artikel Botulinumtoxin.

3 Pharmakologie

Botulinumtoxin A hat eine längere Halbwertzeit als die anderen Subtypen des Botulinumtoxins.

4 Indikationen

Botulinumtoxin A wird in Form von Injektionen bei einer Vielzahl von Indikationen eingesetzt, teilweise auch "off-label", d.h. für nicht offiziell zugelassene Indikationen.

4.1 Neurologie

Botulinumtoxin A wird zur Therapie neuromuskulärer Störungen eingesetzt, z.B. bei

4.2 Orthopädie

4.3 Dermatologie

4.4 Gynäkologie

4.5 Innere Medizin

4.6 Ästhetische Medizin

Der in der Öffentlichkeit bekannteste Einsatz ist die Injektion zur gezielten Lähmung übermäßig aktiver mimischen Muskulatur. Hier wird Botulinumtoxin direkt Intramuskulär oder subkutan in das Gewebe der Stirn-, Augen-, Mund- und Halsregion injiziert.

5 Dosierung

Die empfohlenen Dosierungen sind abhängig von der Indikation und schwanken zwischen den verschiedenen Präparaten. Die Schwelle für systemische Nebenwirkungen wird für Botox® mit ca. 1.500 Einheiten angegeben. Pro Behandlungssitzung sollte eine Gesamtdosis von 300 Einheiten nicht überschritten werden. In der ästhetischen Medizin werden zur Behandlung einer Faltenregion (z.B. zur Beseitigung der Glabellafalte) ca. 10 Einheiten verwendet.

6 Gegenanzeigen

Botulinumtoxin darf nicht eingesetzt werden bei:

7 Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen sind abhängig von der Dosierung. Zu den wichtigsten Nebenwirkungen ("häufig" und "sehr häufig") zählen: Brennen an der Einstichstelle, Schwindel, Hypertonie, Taubheitsgefühl, Unwohlsein, Schläfrigkeit. Daneben kann es zu lokalen Nebenwirkungen kommen, die durch das Injektionsgebiet bestimmt werden. Dazu zählen unter anderem:

Bei korrektem Einsatz sind schwere Nebenwirkungen selten. Bei Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren ist jedoch Vorsicht geboten.

Weitere Informationen sind der Herstellerinformation zu entnehmen.

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Fachgebiete: Pharmakologie

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