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Aszites

(Weitergeleitet von Ascites)

von griechisch: ἀσκίτης ("askítēs") - Bauchwassersucht
Synonyme: Bauchwassersucht, Peritonealerguss, "Wasserbauch"
Englisch: ascites

1 Definition

Als Aszites bezeichnet man eine pathologische Ansammlung von freier Flüssigkeit in der Bauchhöhle, genauer gesagt der Peritonealhöhle. Der Begriff wird sowohl für das Krankheitsbild als auch für die Flüssigkeit verwendet.

2 Ätiologie

Ursache des Aszites ist immer der Austritt von Flüssigkeit aus Blutgefäßen in die Bauchhöhle.

Man unterscheidet folgende Ursachen bzw. Typen von Aszites:

3 Pathophysiologie

Ein Aszites entsteht durch eine Kombination aus Parenchymschaden der Leber und sinusoidaler, postsinusoidaler oder posthepatischer Obstruktion, wobei die Leberschädigung auch Ursache sein kann.

Die Obstruktion führt zu einer Abflussbehinderung der proteinreichen Leberlymphe und zu einem Portalvenenhochdruck. Druckbedingt kommt es zu einem Abpressen der Lymphe in den Bauchraum. Die Folge ist ein Verlust von Natriumionen, Wasser und Proteinen in die Bauchhöhle. Dies führt zu einer Verringerung des onkotischen Drucks sowie des Blutvolumens, was ein Absinken des arteriellen Blutdrucks nach sich zieht. Dadurch wird das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) aktiviert, was mit einer Erhöhung des Aldosteronspiegels einhergeht und zu einem sekundären Hyperaldosteronismus führt.

Wegen des erhöhten Leberdruckes bilden sich Umgehungskreisläufe aus, in deren Mittelpunkt die Venae paraumbilicales stehen: das Blut von der Vena portae hepatis gelangt über die Paraumbilikalvenen in die Vena epigastrica superior, von dort in die Vena thoracica interna, die Vena subclavia und schließlich in die Vena cava superior. Der zweite Weg führt von den Paraumbilikalvenen in die Vena epigastrica inferior, die Vena iliaca externa und von dort über die Vena subclavia in die obere Hohlvene.

Die Wiedereröffnung der Paraumbilikalvenen wird als Cruveilhier-von-Baumgarten-Syndrom (CVB) bezeichnet. Es tritt bei ca. 20% der Patienten mit Leberzirrhose auf, jedoch kommt es nur bei ca. 5% der Patienten mit CVB zum Caput medusae. Der Grund dafür ist unbekannt.

4 Symptome

5 Diagnostik

Die Diagnostik des Aszites umfasst unter anderem:

Eventuell kann eine Peritonealpunktion zur genaueren Untersuchung der Flüssigkeit (Farbe, Geruch, Eiweißgehalt, Tumorzellen, Vorkommen neutrophiler Granulozyten, Infektionserreger usw.) durchgeführt werden (Mikrobiologie, Zytodiagnostik, klinische Chemie).

6 Differentialdiagnostik

Ursache/Herkunft des Aszites Eigenschaften
portal (Transsudat)
entzündlich (Exsudat)
  • Eiweiß (Erguß) > 30 g/l
  • Eiweiß-Quotient Serum/Aszites > 0,5
  • Cholesterin > 45 mg/dl
  • zytologische Untersuchungen negativ
  • Serum-Aszites-Albumin-Gradient < 11 g/l
  • LDH-Quotient Serum/Aszites > 0,6
  • bakteriologische Untersuchung (ggf. Tbc) positiv
maligne (Exsudat)
  • Cholesterin > 45 mg/dl
  • Serum-Aszites-Albumin-Gradient < 11 g/l
  • LDH-Quotient Serum/Aszites > 0,6
  • Tumormarker (Serum oder Aszites) erhöht, z.B.:
  • zytologische Untersuchungen negativ
  • bakteriologische Untersuchung negativ
pankreatogen Elastase Serum/Aszites < 1
chylös Triglyzeride erhöht

Die alleinige Beurteilung eines Aszites nach dem Transsudat-Exsudat-Konzept anhand der Gesamtproteinkonzentration kann zu Fehleinschätzungen führen. Deshalb wird von der American Association for the Study of Liver Disease (AASLD) und den "British Guidelines on the Management of Ascites in Cirrhosis" empfohlen, zur Abgrenzung eines Pfortaderhochdrucks den Serum-Aszites-Albumin-Gradienten (SAAG) anzuwenden.

7 Therapie

8 Komplikationen

9 Quellen

Laborlexikon.de; abgerufen am 05.02.2021

Diese Seite wurde zuletzt am 9. Februar 2021 um 09:02 Uhr bearbeitet.

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