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Peritonealkarzinose

Synonyme: Bauchfellkrebs, Peritonealcarcinose, Carcinosis peritonei, Peritonitis carcinomatosa

1 Definition

Unter dem Begriff der Peritonealkarzinose versteht man den Befall des Bauchfells, des sogenannten Peritoneums, mit multiplen bösartigen Tumorzellen.

2 Pathogenese

Ursächlich für eine Peritonealkarzinose ist meist nicht ein Tumor des Peritoneums selbst, sondern ein bösartiger Tumor eines anderen im Bauchraum gelegenen Organs. Hierbei handelt es sich zumeist um einen bereits weit fortgeschrittenen, metastasierenden Tumor des Magen-Darm-Traktes, des Pankreas oder der Eierstöcke. In einigen Fällen ist es nicht möglich, einen Primärtumor zu identifizieren. Entwickelt sich der Tumor direkt aus dem Bauchfell, spricht man von einem primären Peritonealkarzinom (PPC).

3 Klinik

Im Anfangsstadium treten zumeist lediglich unspezifische Symptome wie abdominelle Schmerzen oder Obstipation auf. Klinisch manifest wird eine Peritonealkarzinose meist erst durch die Zunahme des Volumens der Tumorzellen, die zu einer Beeinträchtigung der Funktion anderer abdomineller Organe führt. Hierzu gehören unter anderem Darmverschlüsse, Harnverhalt und die Enstehung eines malignen Aszites (Bauchwassersucht).

4 Diagnose

Die Diagnose einer Peritonealkarzinose wird meist erst bei der chirurgischen Eröffnung des Abdomens aufgrund des ursächlichen Primärtumors gestellt. CT-Untersuchungen liefern erst in bei ausgedehntem Befall der Bauchhöhle einen sicheren Nachweis. Als sicherste Methode zur Diagnose-Sicherung hat sich die diagnostische Laparoskopie (Bauchspiegelung) erwiesen.

5 Therapie

Da bei Diagnose-Stellung meist bereits sowohl Primärtumor als auch Peritonealkarzinose weit fortgeschritten sind, stehen meist nur palliative Therapieansätze zur Verfügung, die momentan teilweise in klinischen Studien erprobt werden. Hierzu zählen:

Indikationen für eine kurativ ausgerichtete Therapie können sein:

6 Prognose

Die Prognose nach Diagnose einer Peritonealkarzinose kann je nach Erkrankungsstadium und ursächlichem Tumor individuell unterschiedlich sein, liegt aber im Durchschnitt aufgrund der mangelnden therapeutischen Optionen bei etwa 6 Monaten nach Diagnosestellung.

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