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Spironolacton

Synonyme: 7α-Acetylthio-3-oxo-17α-pregn-4-en-21,17β-carbolacton
Handelsname: Aldactone®
Englisch: Spironolactone

1 Definition

Spironolacton ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Aldosteron-Antagonisten und wird zu den kaliumsparenden Diuretika gezählt.

2 Wirkungsmechanismus

Spironolacton führt über eine Blockade der Aldosteron-Rezeptoren zu einer vermehrten Ausscheidung von Natrium und Wasser. Gleichzeitig wird vermehrt Kalium einbehalten.

3 Pharmakokinetik

Nach oraler Gabe liegt die Bioverfügbarkeit von Spironolacton bei mehr als 90 %. Die Substanz wird nach Resorption im Dünndarm nach kurzer Zeit in die Wirksubstanz Canrenoat überführt. Die Halbwertszeit des Spironolactons beträgt etwa 90 Minuten.

Die volle Wirkung des Spironolactons entfaltet sich erst nach mehreren Tagen, da zunächst die aktiven Metabolite akkumulieren müssen und zudem die steroidrezeptorvermittelte Wirkung durch Mindersynthese von Proteinen erst nach Verbrauch der bereits vorhandenen Proteine greifbar wird. Der maximale diuretische Effekt tritt in der Regel nach fünf Tagen ein.

Hinweis: Durch eine Dosiserhöhung kann man die Dauer bis zum Wirkungseintritt von Spironolacton nicht verkürzen.

4 Pharmakodynamik

Die entscheidenden Wirkungsmechanismen von Spironolacton bestehen in einer Verhinderung eines kompensatorischen Hyperaldosteronismus und der Unterbindung des myokardialen Remodelings durch Blockade des globalen und lokalen RAAS.

5 Anwendungsgebiete

Spironolacton wird hauptsächlich bei der Therapie der Herzinsuffizienz und Leberzirrhose verwendet. Desweiteren wird es zur Behandlung des primären und sekundären Hyperaldosteronismus genutzt.

Je nach Indikation werden Tagesdosierungen zwischen 25 und 100 mg verwendet.


Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

6 Applikation

Die Applikation erfolgt per os.

7 Nebenwirkungen

Durch zusätzlichen Antagonismus an Progesteron- und Androgenrezeptoren:

8 Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Gabe von ACE-Hemmern und AT1-Rezeptor-Antagonisten erhöht das Risiko einer Hyperkaliämie. Die Kombination von Antihypertensiva, Diuretika und Spironolacton kann zu einem starken Blutdruckabfall mit möglichem Nierenversagen führen.

Acetylsalicylsäure hemmt die Wirkung von Spironolacton.

In Kombination mit Digoxin treten erhöhte Plasmaspiegel des Herzglykosids auf.

9 Literatur

Diese Seite wurde zuletzt am 19. April 2022 um 07:59 Uhr bearbeitet.

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