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Triglycerid

(Weitergeleitet von Triglyzerid)

Synonyme: Triacylglycerol, Triacylglycerid, Triacylglycerin, Triglyzerid, Neutralfett
Englisch: triglyceride

1 Definition

Unter einem Triglycerid, kurz TAG, versteht man ein Molekül, in dem Glycerin mit drei Fettsäuren verestert ist. Aus diesen Molekülen, verestert mit unterschiedlichen Fettsäuren, bestehen Fette und Öle.

2 Synthese

2.1 Ablauf

Die Synthese eines Triglycerids beginnt ausgehend vom Glycerin-3-Phosphat, das in der Leber, der Niere, der laktierenden Mamma, im braunen Fettgewebe, in der Mucosa des Darms sowie im Myokard durch die Glycerokinase aus Glycerin hergestellt werden kann. Im weißen Fettgewebe und der Skelettmuskulatur entsteht es durch Reduktion von Dihydroxyacetonphosphat.

In einem ersten Schritt wird eine aktivierte Fettsäure als Acyl-CoA durch die Glycerinphosphat-Acyl-Transferase auf das Glycerin übertragen, wobei Lysophosphatidat entsteht.

Es folgt die Übertragung eines weiteren Acyl-CoAs durch die Lysophosphatidat-Acyl-Transferase, wobei Phosphatidsäure entsteht. Anschließend wird der Phosphatrest durch eine Phosphatase abgespalten. Das Produkt dieser Reaktion ist ein Diacylglycerin.

Durch die Übertragung eines dritten Acyl-CoAs auf das Diacylglycerin entsteht das Triglycerid. Die Synthese des Triglycerids findet in den Adipozyten statt.

2.2 Regulation

Insulin ist ein Induktor der Glycerinphosphat-Acyl-Transferase, während das Enzym durch Glukagon, Adrenalin und Noradrenalin durch eine cAMP-abhängige Phosphorylierung gehemmt wird.

3 Abbau

3.1 Ablauf

Im Fettgewebe erfolgt der Abbau der Triglyceride durch drei verschiedene Lipasen. Die Adipozyten-Triglycerid-Lipase (ATGL) katalysiert im ersten Schritt die Hydrolyse der Acylgruppe in Position 1. Das so entstandene Diacylglycerin wird durch die hormonsensitive Lipase (HSL) zu Monoacylglycerin in Position 3 hydrolysiert. Im letzten Schritt vermittelt die Monoacylglycerin-Lipase (MAGL) die Hydrolyse in Position 2. Produkte der Reaktion sind Glycerin und drei Fettsäuren.

Triglyceride, die im Blut an Lipoproteine gebunden sind, werden durch die Lipoproteinlipase gespalten. Für die Spaltung der Triglyceride, die mit der Nahrung aufgenommenen werden, ist u.a. die Pankreaslipase verantwortlich.

3.2 Regulation

Die hormonsensitive Lipase wird vor allem durch Glukagon, Adrenalin und Noradrenalin durch cAMP-abhängige Phosphorylierung aktiviert und durch Insulin, das eine Dephosphorylierung bewirkt, gehemmt.

siehe auch: Adipositas

4 Labormedizin

Die Messung des Triglyceridspiegels im Blut ist im Rahmen von Fettstoffwechselstörungen notwendig. Die Bestimmung erfolgt zusammen mit anderen Werten z.B. dem Gesamtcholesterin oder den verschiedenen Lipoproteinfraktionen des Blutes (LDL, HDL, VLDL).

4.1 Referenzwerte

Ähnlich wie bei Cholesterin findet sich eine ausgeprägte Alters- und Geschlechtsabhängigkeit der Triglyceridwerte. Eine mindestens 12-stündige Nahrungskarenz ist vor Blutentnahme notwendig; bei Neugeborenen und jungen Säuglingen selbsterklärend nicht einzuhalten. Werte über 200 mg/dl werden als Hypertriglyceridämie angesehen.

Alter mg/dl mmol/l
Neugeborene 11 - 230 0,12 - 2,60
Säuglinge 44 - 205 0,50 - 2,32
Kleinkinder 92 - 185 0,42 - 2,09
Ältere Kinder 29 - 150 0,33 - 1,70
Männer 30 J. 44 - 185 0,50 - 2,09
40 J. 160 - 240 0,55 - 3,21
50 J. 170 - 240 0,63 - 3,37
60 J. 175 - 240 0,70 - 3,25
Frauen 30 J. 40 - 128 0,45 - 1,45
40 J. 38 - 160 0,43 - 1,81
50 J. 44 - 186 0,50 - 2,10
60 J. 55 - 247 0,62 - 2,79

4.2 Umrechnung


5 Literatur

  • Duale Reihe Biochemie, Thieme, 4. Auflage 2016

Fachgebiete: Biochemie

Diese Seite wurde zuletzt am 9. März 2021 um 17:12 Uhr bearbeitet.

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