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Hypertriglyceridämie

Synonym: Hypertriglyzeridämie

1 Definition

Eine Hypertriglyceridämie ist eine Fettstoffwechselstörung, bei der es zu einer unphysiologischen Erhöhung der Triglyceride (Triacylglyceride) im Blut kommt.

ICD10-Code: E78.1

2 Hintergrund

Triglyceride aus der Nahrung werden im Darm resorbiert und gelangen als Chylomikronen in das Blut. Im Speicherfett stellen sie eine Energiereserve dar. Endogene, in der Leber synthetisierte Triglyceride gelangen als VLDL ins BLut.

3 Grenzwert

Von einer Hypertriglyceridämie spricht man ab einem Triglycerid-Spiegel von 180 mg/dl (2 mmol/l) im Blut (Erwachsene). Manchmal wird auch ein Grenzwert von 200 mg/dl angegeben. Entscheidend ist der vom Labor angegebene Referenzwert.

Für Kinder und Säuglinge gelten andere Referenzbereiche.

4 Ursachen

4.1 Primäre Hypertriglyceridämien

Primäre Hypertriglyceridämien entstehen z.B. durch den angeborenen Mangel bestimmter Enzyme oder Lipoprotein-Rezeptoren. Man unterscheidet zwischen:

Weiterhin existieren primäre Ursachen einer kombinierten Hyperlipoproteinämie (Hypertriglyceridämie und Hypercholesterinämie):

4.2 Sekundäre Hypertriglyceridämien

Sekundäre bzw. erworbene Hypertriglyceridämien können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, z.B.:

5 Diagnostik

Triglyceride sollten im Nüchternzustand bestimmt werden. Bei erhöhten Werten ohne Vorliegen eines metabolischen Syndroms sollte eine ausführliche Familienanamnese erfolgen. Bei vorzeitigem Auftreten einer koronaren Herzkrankheit bei Familienangehörigen ersten Grades ist eine familiäre kombinierte Hyperlipidämie wahrscheinlich. Sonst sollte eine familiäre Hypertriglyceridämie erwogen werden. Grundsätzlich sind auch andere primäre und sekundäre Ursachen zu berücksichtigen.

6 Klinik

Insbesondere bei extrem hohe Triglyzeridspiegel (> 1000 mg/dl) ist das Risiko einer akuten Pankreatitis deutlich erhöht.

Bei einer Chylomikronämie kann es außerdem zu weiteren Komplikationen kommen (z.B. Angina abdominalis, Angina pectoris).

7 Therapie

Grundsätzlich sollte versucht werden, durch Umstellung des Lebensstils (v.a. Einschränkung rasch resorbierbarer Kohlenhydrate, Alkoholabstinenz) eine Reduktion der Triglyceridwerte zu erreichen. Falls dies nicht gelingt, können Fibrate (ggf. in Kombination mit Statinen) oder Omega-3-Fettsäuren eingesetzt werden.

Bei einer Chylomikronämie sollte intial eine Nulldiät durchgeführt werden. In einigen Fällen ist eine Plasmapherese notwendig.

siehe auch: Hyperlipidämie

8 Quellen

  • Goebel FD, Walli R: Stoffwechselstörungen als Nebenwirkung der antiretroviralen Therapie. Dtsch Arztebl 2001; 98(8): A-459 / B-387 / C-361

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