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Lenvatinib

Handelsnamen: Lenvima®, Kisplyx®

1 Definition

Lenvatinib ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Multikinase-Inhibitoren. Er wird in der Onkologie unter anderem zur Therapie des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms angewendet.[1]

2 Chemie

3 Wirkmechanismus

Lenvatinib hemmt selektiv die Aktivität verschiedener Rezeptoren und zellulärer Zielstrukturen, die mit dem proangiogenen und onkogenen Signalweg in Zusammenhang stehen. Dazu gehören:

Die Angioneogenese des Tumors wird dadurch gehemmt und neu gebildete Tumorzellen werden nicht mehr an das Gefäßsystem angeschlossen und mit Nährstoffen versorgt.[1] Dadurch kommt es zu einer verlangsamten Tumorproliferation.

4 Pharmakokinetik

Maximale Plasmakonzentrationen werden 1 bis 4 Stunden nach oraler Einnahme erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit von Lenvatinib wurde nicht am Menschen untersucht.[1]

5 Indikationen

6 Dosierung

Die empfohlene Tagesdosis von Lenvatinib beträgt je nach Indikationsgebiet etwa 18 bis 24 mg. Der Arzneistoff ist in Kapselform erhältlich.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

7 Nebenwirkungen

Folgende Nebenwirkungen treten unter Lenvatinib sehr häufig (≥1:10) oder häufig (≥ 1:100, < 1:10) auf:[1]

8 Wechselwirkungen

Eine Hemmung von CYP3A4 durch Lenvatinib kann nicht ausgeschlossen werden, was bei gleichzeitiger Einnahme von Substraten dieses Enzyms mit enger therapeutischer Breite berücksichtigt werden muss. Möglicherweise kann Lenvatinib die Wirksamkeit oraler Kontrazeptiva herabsetzen.[1]

9 Kontraindikationen

10 Zulassung

Das Arzneimittel ist in der EU seit 2015 als Orphan Drug für die Behandlung des fortgeschrittenen Schilddrüsenkarzinoms zugelassen. 2016 gab es eine Indikationserweiterung für die Behandlung des fortgeschrittenem Nierenzellkarzinoms und 2018 wurde Lenvatinib für die Behandlung des hepatozellulären Karzinoms zugelassen. Der Arzneistoff wird durch Eisai vermarktet.[1]

11 Kosten

Die Jahrestherapiekosten liegen pro Patient bei rund 90.000 €.[2]

12 Nutzenbewertung

Der Zusatznutzen einer Therapie mit Lenvatinib wird vom G-BA auf der Basis der vom IQWiG ausgewerteten Studienergebnisse wie folgt eingeordnet:[2][3]

  • Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen von Lenvatinib + Everolimus gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Everolimus für Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom

13 Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 Fachinfo Lenvatinib abgerufen am 26.09.2018
  2. 2,0 2,1 IQWiG-Berichte – Nr. 321 Lenvatinib –Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 10 SGB V abgerufen am 01.10.2018
  3. Bewertung von Arzneimitteln für seltene Leiden nach § 35a Absatz 1 Satz 10 i.V.m.5. Kapitel § 12 Nr. 1 Satz 2 VerfO Wirkstoff: Lenvatinib abgerufen am 1.10.2018

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