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Radiotherapie

Synonyme: Strahlentherapie
Englisch: radio therapy

1 Definition

Als Radiotherapie, kurz RT, bezeichnet man die Applikation von kurzwelligen elektromagnetischen Wellen oder Teilchen zu therapeutischen oder palliativen Zwecken. Sie wird hauptsächlich zur Behandlung maligner Erkrankungen (Krebs) eingesetzt.

Die Radiotherapie wird von Ärzten aus dem Fachgebiet der Strahlentherapie bzw. Radioonkologie durchgeführt.

2 Anwendungsbereich

Die Radiotherapie zählt zu den klassischen "drei Pfeilern" der Krebstherapie:

Eine Kombination dieser drei Therapie-Formen erhöht in vielen Fällen den Therapie-Erfolg in signifikantem Maße.

3 Einsatzgebiete

Die wichtigen Einsatzgebiete der Radiotherapie sind besonders

Auch nicht-maligne Erkankgunen können aber mit Hilfe der Radiotherapie (allerdings viel niedrigeren Strahlendosen) behandelt werden, dazu gehören z.B.:

4 Grundlage

Grundlage jeder Radiotherapie ist eine suffiziente Bestrahlungsplanung. Sie dient dazu, die Bestrahlung eines Tumors patientenindivíduell auszurichten. Ziel ist es, eine optimale Dosis-Wirkungsbeziehung bei größtmöglicher Schonung gesunden Gewebes bzw. gefährdeter Organe ("Organs at risk") zu erreichen.

5 Systematik

Je nach Form der Behandlung werden Teilchen oder Strahlen unterschiedlicher Wellenlänge - mit den daraus resultierenden Konsequenzen für Zellwachstum, Gewebeschädigung, Durchblutung oder Immunreaktionen - zur therapeutischen oder palliativen Bestrahlung verwendet. Zu den wichtigsten Methoden der Radiotherapie zählen:

5.1 Teletherapie (Perkutane Bestrahlung)

Bei der Teletherapie stehen Tumor und Strahlenquelle nicht in direktem Kontakt, sondern der Tumor wird durch die Haut (perkutan) bestrahlt. Um das gesunde Gewebe zu erhalten, müssen dabei der Einstrahlwinkel und die Eindringtiefe optimiert sein. Man unterteilt diese Therapieform weiter in:

5.2 Brachytherapie (Kontaktbestrahlung)

Bei der Brachytherapie - auch interstitielle Therapie genannt - liegt die Strahlenquelle direkt im oder am Tumor. Die erzeugten Strahlen reichen nur einige wenige Zentimeter weit. Dadurch kann weitgehend vermieden werden, dass das umliegende gesunde Gewebe durch die Behandlung geschädigt wird. Man unterscheidet:

5.3 Metabolische Strahlentherapie

Bei der metabolischen Strahlentherapie werden meist intravenös spezielle Radionuklide verabreicht und so in den Metabolismus eingebracht. Sie konzentrieren sich dann im Tumorgewebe. Die metabolische Strahlentherapie mit Strontium-89 wird unter anderem zur Behandlung schmerzhafter Knochenmetastasen eingesetzt.

5.4 Intraoperative Strahlentherapie

Die intraoperative Radiotherapie, kurz IORT, wird intraoperativ nach einer Tumorresektion dazu eingesetzt, das Tumorbett und die marginalen Resektionsgrenzen direkt zu bestrahlen.

5.5 Ergänzende Maßnahmen

6 Anmerkung

Die RT erlebt seit der Einführung digitaler computergestützter Verfahren (u.a. mit 3D-Therapie-Planung und -kontrolle) einen Boom in Richtung Präzision und Verminderung der Nebenwirkungen der Strahlung. Sie wird in Zukunft sicherlich immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Die Applikation von Strahlung zu therapeutischen oder palliativen Zwecken fällt in das Fachgebiet der Strahlentherapie. Die Strahlentherapie ist eng mit Radiologie verbunden, ist jedoch eine eigenständige Facharzt-Richung (vgl. Facharzt für diagnostische oder interventionelle Radiologie, Facharzt für Strahlentherapie/Radioonkologie, Facharzt für Nuklearmedizin).

7 Literatur

Badakhshi, H.: Stellenwert der Radioonkologie bei frühem Mammakarzinom. Der Bayerische Internist 29 (2009). H.3, S.110-117. Volltext abrufen

8 Links

siehe auch: Teletherapie, Brachytherapie, Strahlentherapie nichtmaligner Erkrankungen

Fachgebiete: Radiologie

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