Abskopaler Effekt
von lateinisch: ab - von, her; von altgriechisch: σκοπός (skopós) - Ziel, Zweck
Englisch: abscopal effect
Definition
Der abskopale Effekt bezeichnet in der Strahlentherapie eine systemische antitumorale Wirkung, die durch eine lokale Bestrahlung ausgelöst wird. Es handelt sich um einen Effekt, der zusätzlich zur Verkleinerung der Tumorherde im Zielgewebe auftritt.
Hintergrund
Der genaue Mechanismus des von R. H. Mole 1953 erstmals im Mausmodell nachgewiesenen Effekts ist bis heute (2026) ungeklärt. Eine mögliche Rationale bietet der cGAS-STING-Signalweg.
So entstehen durch die Strahlentherapie DNA-Doppelstrangbrüche, die durch die zyklische-GMP-AMP-Synthase (cGAS) im Zytoplasma gebunden werden. Folgend kommt es zu einer Bildung von cGAMP, das an das STING-Protein bindet und über die vermehrte Expression von Typ-I-Interferonen eine Immunantwort zytotoxischer T-Zellen induziert.[1]
Quellen
- ↑ Daniel J. Craig et al.: The abscopal effect of radiation therapy Future Oncology 2021, abgerufen am 23.04.2022