Typ-I-Interferon
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LoslegenEnglisch: type I interferon
Definition
Typ-I-Interferone, kurz Typ-I-IFN, sind eine große Subgruppe der Interferone, welche die Aktivität des Immunsystems regulieren. Sie binden an einen gemeinsamen Rezeptor an der Oberfläche ihrer Zielzellen, den Interferon-alpha/beta-Rezeptor (IFNAR).
Hintergrund
Typ-I-Interferone werden als Reaktion auf die Erkennung pathogenassoziierter Strukturen (PAMPs) durch sogenannte Mustererkennungsrezeptoren (z.B. Toll-like-Rezeptoren, RIG-I, cGAS-STING) produziert. Bei den PAMPs handelt es meist virale Nukleinsäuren. Hauptquelle von IFN-α sind die plasmazytoiden dendritischen Zellen, grundsätzlich können jedoch nahezu alle kernhaltigen Zellen Typ-I-Interferone bilden.[1]
Substanzen
Beim Menschen sind folgende Typ-I-Interferone relevant:
- Interferon-alpha (IFN-α, IFNA)
- Interferon-beta (IFN-β, IFNB1)
- Interferon-kappa (IFN-κ, IFNK)
- Interferon-epsilon (IFN-ε, IFNE1)
- Interferon-omega (IFN-ω, IFNW)
Wirkungsweise
Die Bindung der Interferone an den Interferon-alpha/beta-Rezeptor (IFNAR) aktiviert den JAK-STAT-Signalweg. Über die Januskinasen JAK1 und TYK2 werden STAT1 und STAT2 phosphoryliert, die gemeinsam mit IRF9 den Transkriptionsfaktorkomplex ISGF3 bilden. Dieser bindet an das ISRE-Element und induziert die Transkription zahlreicher Interferon-stimulierter Gene (ISG).[1]
Die Produkte der Interferon-stimulierten Gene erzeugen in der Zelle einen Zustand, in dem sich Viren schlechter vermehren können. Typische Effekte sind:
- Hemmung viraler Proteinsynthese
- Abbau viraler RNA
- Hemmung der Virusreplikation
- erschwerte Virusausbreitung auf Nachbarzellen
- gesteigerte Aktivität von NK-Zellen
- verstärkte Antigenpräsentation über MHC-I
Pharmakologie
Typ-I-Interferone werden therapeutisch eingesetzt, u.a. IFN-α bei viralen Hepatitiden und bestimmten Neoplasien sowie IFN-β bei multipler Sklerose.
Umgekehrt kann die Wirkung der Typ-I-Interferone durch Blockade des Rezeptors reduziert werden. Der monoklonale Antikörper Anifrolumab bindet an die Untereinheit 1 des Rezeptors (IFNAR1) und hemmt dadurch die Signaltransduktion aller Typ-I-Interferone. Er ist zur Therapie des systemischen Lupus erythematodes zugelassen.[2]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Chadwick et al., Striking the right balance with type I interferon signalling in cancer, Nat Rev Cancer, 2026
- ↑ Riggs et al., Characterisation of anifrolumab, a fully human anti-interferon receptor antagonist antibody for the treatment of systemic lupus erythematosus, Lupus Sci Med, 2018