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Angioneogenese

Englisch: neoangiogenesis

1 Definition

Als Angioneogenese bezeichnet man die Neubildung von Blutgefäßen.

2 Vorkommen

Die Angiogenese findet im Rahmen physiologischer Umbauvorgänge ständig statt. Sie wird durch komplexe Regulationsvorgänge unter Beteiligung von Wachstumsfaktoren und die Gefäßneubildung inhibierender Substanzen gesteuert.

Die Angioneogenese ist besonders wichtig bei:

3 Ablauf

Der Ablauf der Angioneogenese läuft nach einem prinzipiellen Schema ab.

4 Grundlagen der Regulation

Der Startschuss für die Angioneogenese ist die Freisetzung von Wachstumsfaktoren. Zwei der wichtigsten Wachstumsfaktoren sind in diesem Zusammenhang FGF (fibroblast growth factor) und VEGF (vascular endothelial growth factor). Die Wachstumsfaktoren werden von einer Vielzahl von Zellen (u.a. Makrophagen) freigesetzt und unter anderem auch frei, wenn durch Verletzungen die Extrazellulärmatrix beschädigt wird.

Durch Stimulation von Rezeptoren auf Endothelzellen wird die Migration und Endothelproliferation in Gang gesetzt. Die Extrazellulärmatrix dient bei der Angioneogenese als Leitschiene und interagiert mit Oberflächenstrukturen der Ednothelzellen. So wird eine Angioneogenese zugelassen, jedoch auch eine überschiessende Angioneogenese wirkungsvoll gehemmt.

5 Angioneogenese in malignen Neoplasien

Um auf eine Größe über 1-2 mm heranwachsen zu können, müssen maligne Neoplasien eine Versorgung mit Blutgefäßen sicherstellen. Die Angioneogenese ist in diesem Zusammenhang ein entscheidender Faktor für das lokale Wachstum von Tumoren und Voraussetzung für eine Metastasierung.

Maligne Neoplasien sind entweder selbst zu einer Sekretion von Wachstumsfaktoren befähigt, oder die Sekretion von Wachstumsfaktoren erfolgt durch eingewanderte Zellen (z.B. Makrophagen). In maligne entarteten Zellen sind häufig Defekte regulatorischer Signalwege für eine ausufernde Angioneogenese verantwortlich.

Beispielsweise führt der Funktionsverlust des Tumorsuppressorgens p53 zur verminderten Freisetzung von Thrombospondin, einem Inhibitor der Angioneogenese. Die Aktivierung des RAS-Onkogens führt zu einer vermehrten Transkription von VEGF als wachstumsfördernden Faktor.

Eine Vielzahl von Forschungsgruppen beschäftigt sich mit der Suche nach Möglichkeiten zur pharmakologischen Beeinflussung der Angioneogenese. Substanzen wie Angiostatin und Endostatin, die bei der Proteolyse der Extrazellulärmatrix und Plasminogens freigesetzt werden, können die Angioneogenese hemmen.

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