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Donepezil

(Weitergeleitet von Aricept)

Handelsnamen: Aricept®, Aricept Evess® und Generika
Englisch: donepezil

1 Definition

Donepezil ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Nootropika. In der Regel kommt die Substanz als Salz der Chlorwasserstoffsäure (Donepezilhydrochlorid) zum Einsatz.

2 Chemisch-physikalische Eigenschaften

Donepezilhydrochlorid ist ein weißer, geruchloser, kristalliner Feststoff, deren Schmelzpunkt zwischen 211 und 231 °C liegt. Das Salz ist löslich in Wasser und Methanol. Die chemische Bezeichnung von Donepezil lautet 2-3-Dihydro-5,6-dimethoxy-2[[(1phenylmethyl)-4-piperidinyl]methyl]-1H-inden-1-on, die Summenformel ist C24H29NO3. Donepezil ist ein Derivat des Piperidins. Die Substanz ist chiral, therapeutisch wird das Racemat genutzt.

3 Pharmakologie

3.1 Pharmakokinetik

Donepezil wird nach peroraler Aufnahme in mäßiger Geschwindigkeit resorbiert, die maximale Plasmakonzentration wird nach 3 bis 4 Stunden erreicht. Die perorale Bioverfügbarkeit liegt bei annähernd 100 Prozent. Die Plasmahalbwertszeit liegt bei etwa 70 bis 80 Stunden. Über 90 Prozent des resorbierten Wirkstoffs gehen eine Plasmaproteinbindung ein. Das Medikament erreicht nach circa 3 Wochen Einnahme einen Steady state. Die optimale Plasmakonzentration liegt bei 30 bis 70 Nanogramm je Milliliter Blut.

Die Metabolisierung von Donepezil erfolgt hepatisch über die Cytochrom P450-Isoenzyme (CYP) CYP3A4 und CYP2D6. 6-O-Desmethyl-Donepezil ist ein aktiver Metabolit.

3.2 Pharmakodynamik

Bei Donepezil handelt es sich um einen selektiv wirksamen, reversiblen Acetylcholinesterase-Blocker (ACh-Esterase-Inhibitor). Durch Blockade der ACh-Esterase wird der enzymatische Abbau von Acetylcholin im synaptischen Spalt gehemmt und die Konzentration an Acetylcholin somit im synaptischen Spalt gesteigert. Somit lässt sich eine Verbesserung der bei Alzheimererkrankung beeinträchtigten cholinergen Errgegungsübertragung im zentralen Nervensystem erzielen, was eine Linderung der Krankheits-Symptome bewirkt (verbesserte kognitive Leistungsfähigkeit).

4 Indikation

Die Gabe von Donepezil ist bei folgenden Beschwerden indiziert:

Es gibt Hinweise auf Wirksamkeit bei kognitiven Beschwerden im Rahmen der Negativsymptomatik der Schizophrenie sowie bei kognitiven Störungen unter Schädel-Hirn-Trauma, Multipler Sklerose und Down-Syndrom.

5 Kontraindikationen

Die Anwendung von Donepezil soll nicht erfolgen bei:

6 Dosierung

Beginn der Therapie mit 5 mg/ Tag über einen Monat einschleichen. Bei Bedarf kann die Dosis auf 10 mg/ Tag zu Nacht erhöht werden. Optimaler Weise wird die Einnahme von Arzneimitteln bei demenzkranken von einer Pflegekraft oder einer Bezugsperson überwacht.

Bei leichten bis mäßigen Leber- und Nierenfunktionsstörungen kann in der Regel die normale Dosis gewählt werden, da die Clearance von Donepezil zumeist unbeeinflusst bleibt. Dennoch sollte der Wirkstoffspiegel im Blut überwacht und bei Bedarf die Dosis reduziert werden.

7 Wechselwirkungen

Mit folgenden Arzneimitteln kann es bei gleichzeitiger Anwendung von Donepezil zu Interaktionen kommen:

8 Nebenwirkungen

Nebenwirkungen manifestieren sich hauptsächlich im Gastrointestinaltrakt und bestehen unter anderem aus Diarrhoe, Übelkeit und Erbrechen. Als indirektes Parasympathomimetikum kann Donepezil Wirkungen am kardiovaskulären System (z.B. Bradykardie) hervorrufen. Krampfanfälle, Somnolenz, Schwindel, Synkopen, Schlafstörungen, Halluzinationen, Albträume, Agitation und psychiatrische Beschwerden (z.B. affektive Störungen) können auftreten. Extrapyramidalmotorische Beschwerden und ein malignes Neuroleptikasyndrom können ausgelöst oder verstärkt werden.

9 Toxikologie

Die Überdosierung von Donepezil kann zu einer Intoxikation führen. Die mittlere Letaldosis beträgt circa 32 mg/kg (peroral, Ratte). Beschwerden bei mäßiger Überdosierung sind Gangstörungen, vermehrter Tränenfluss, Hypersalivation, klonische Krampfanfälle, Atemdepression, Miosis, Faszikulationen, Hypothermie. Bei stärkerer Intoxikation treten starke Übelkeit, Emesis, Bradykardie, Hypotonie sowie stärkere Atemdepressionen und Krampfanfälle auf. Der Tod kann durch Herz-Kreislauf-Versagen oder Atemlähmung eintreten.

Als Antidot kommt zum Beispiel Atropin in Betracht (initial 1,0 bis 2,0 mg Atropinsulfat, intravenös, ggf. weitere Dosen je nach Bedarf).

10 Literatur

  • Benkert & Hippius: Kompendium der psychiatrischen Pharmakotherapie, Springer Verlag, 8. Auflage.
  • Arzneimittel-Fachinformation Donepezil-HCl Zentiva® PDF

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