Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Chlorwasserstoff

Abkürzung: HCl
Synonyme: Wasserstoffchlorid, Hydrogenchlorid
Englisch: hydrogen chloride

1 Definition

Chlorwasserstoff ist eine unter Normalbedingungen gasförmige, chemische Verbindung aus der Gruppe der Halogenwasserstoffe. Die wässrige Lösung von Chlorwasserstoff ist als Salzsäure bekannt und Bestandteil der Magensäure.

2 Eigenschaften

Es handelt sich um ein farbloses, nicht brennbares Gas mit stechendem Geruch. Die Summenformel lautet HCl, die Molare Masse beträgt 36,5 g/mol. Die Löslichkeit in Wasser ist gut. Ab einer Konzentration von 35 bis 40 Prozent (m/V) tritt das Gas an der Luft wieder aus der Lösung aus ("rauchende Salzsäure"). Das Gas ist schwerer als Luft, die Luftdichte liegt bei 1,3 (Luft = 1). Der Schmelzpunkt liegt bei -114 °C und der Siedepunkt bei -85 °C.

3 Synthese

Chlorwasserstoff wird chemisch aus Schwefelsäure und Kochsalz synthetisiert:

  • H2SO4 + 2 NaCl ---> 2 HCl + Na2SO4

4 Toxikologie

Chlorwasserstoffgas ist giftig. Beim Einatmen entsprechender Mengen bzw. entsprechend hoher Konzentrationen geht das Gas in der wässrigen Phase der Schleimhäute (obere Atemwege) in Lösung über und führt hier zu Reizungen bis hin zu Verätzungen. Als hydrophile Verbindung dringt das Gas in der Regel nicht oder nur bei ausreichend langer Exposition in die tiefen Bronchioli und Alveolen vor. Auch die Augen können betroffen sein, irreversible Augenschäden sind vorgekommen. Als Komplikation nach inhalativer Vergiftung kann ein Lungenödem, unter Umständen mit letalem Verlauf, auftreten. Eine Bioakkumulation ist nicht zu erwarten.

Besonders durch die Veränderung des pH-Wertes von Wasser ins Saure geht von Chlorwasserstoff ein gewisses ökotoxisches Potential aus.

4.1 Toxizität

Angaben gemäß Sicherheitsdatenblatt von The Linde Group (Stand: Dezember 2014)

Akute inhalative Toxizität

  • LC50 (mittlere letale Konzentration in der Atemluft, bestimmt mit Ratten; Expositionsdauer: 0,5 h): 8,3 mg/ Liter (Verzögertes tödliches Lungenödem möglich)

Akute und verlängerte Toxizität bei Fischen

  • LC50 (mittlere letale Konzentration in Wasser, bestimmt mit der Fischart Lepomis macrochirus; Expositionsdauer: 96 h): 3,25 mg/ Liter

Akute Toxizität aquatische Invertebraten

  • EC50 (mittlere effektive Konzentration in Wasser, bestimmt mit dem Wasserfloh Daphnia magna): 4,92 mg/ Liter

Toxizität bei Wasserpflanzen

  • EC50 (mittlere effektive Konzentration in Wasser, bestimmt mit der Grünalge Chlorella vulgaris; Expositionsdauer: 72 h): 4,7 mg/ Liter

Fachgebiete: Chemie, Toxikologie

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

2 Wertungen (2.5 ø)

4.058 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: