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Takayasu-Arteriitis

nach dem japanischen Augenarzt Mikito Takayasu (1860-1938)
Synonyme: Takayasu-Syndrom
Englisch: Takayasu's arteritis, pulseless disease

1 Definition

Die Takayasu-Arteriitis ist eine systemische, granulomatöse Vaskulitis, welche vornehmlich die aus der Aorta abgehenden großen Arterien befällt.

2 Ätiologie

Die Ätiologie der Takayasu-Arteriitis ist bisher unklar (2015). Sie wird den Autoimmunerkrankungen zugeordnet.

3 Epidemiologie

Als generell seltene Erkrankung tritt die Takayasu-Arteriitis vor allem bei Frauen unter 40 Jahren auf. In China, Indien, Japan, Thailand, Afrika und Südamerika kommt die Erkankung häufiger vor.

4 Pathogenese

Es handelt sich um eine granulomatöse Vaskulitis, die Arterien vom elastischen Typ befällt. Die Granulome bilden sich in der Media der Gefäßwand und führen sekundär durch Narbenbildung zu einer zunehmenden Eingengung des Lumens betroffener Blutgefäße.

5 Klinik

Die Takayasu-Arteriitis beginnt meistens mit alllgemeinen Symptomen wie Fieber, Nachtschweiß, Myalgien, Arthralgien und Gewichtsverlust.

Erst später folgen Gefäßverschlüsse. Diese können sich klinisch vielfältig präsentieren. Gängige Symptome sind unter anderem:

Über den stenosierten Gefäßen können im Rahmen der körperlichen Untersuchung Strömungsgeräusche hörbar sein.

6 Diagnose

Die Diagnose einer Takayasu-Arteriitis wird durch Anamnese, körperliche Untersuchung und Laboruntersuchungen gestellt.

Ein Verdacht bietet das klinisch-anamnestische Setting, typischerweise mit einer jungen Frau, bei der kein Puls an der Arteria radialis getastet werden kann. Im Labor zeigt sich die Erhöhung der BSG, häufig vergesellschaftet mit einer dezenten Leukozytose und Anämie.

Zur Objektivierung der Gefäßverschlüsse sollten bildgebende Verfahren herangezogen werden. Durch eine farbkodierte Doppler-Sonographie oder angiographische Schnittbildverfahren kann die Okklusion der aortennahen Gefäße dargestellt werden.

7 Therapie

Die Therapie der Takayasu-Arteriitis besteht aus zwei Komponenten.

Mit der immunsuppressiven Therapie wird die Progression der Erkrankung verhindert. Sie erfolgt im Fall der Takayasu-Arteriitis durch die Gabe von Glukokortikoiden (z.B. Prednison) und ASS über einen längeren Zeitraum. Bei schweren Verläufen kann die Gabe von potenteren Wirkstoffen wie Methotrexat oder Cyclophosphamid erfolgen. Diese Therapien sind jedoch mit deutlichen Nebenwirkungen verbunden.

Zur Rekanalisierung und Rekonstruktion der Gefäße kommen gefäßchirurgische Verfahren und/oder interventionelle Verfahren (Ballondilatation, PTCA, Einlage von Stents).

Fachgebiete: Rheumatologie

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