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Arteria carotis interna

Synonym: ACI
Englisch: internal carotid artery, ICA

1 Definition

Die Arteria carotis interna, kurz ACI, ist ein Ast der Arteria carotis communis. Sie versorgt nach ihrem Durchtritt durch den Canalis caroticus den vorderen Teil des Gehirns sowie das Auge und seine Anhänge und sendet kleinere Äste zur Stirn und zur Nase aus.

2 Verlauf

Die Arteria carotis interna entspringt etwa auf Höhe des 4. Halswirbelkörpers (HWK 4) aus der Arteria carotis communis. Die Teilungsstelle wird auch als Karotisgabel bezeichnet. Hier liegt das Glomus caroticum mit seinen Chemorezeptoren. Der Ursprung der Arteria carotis interna ist leicht zum Sinus caroticus erweitert, der in seiner Wand Barorezeptoren enthält.

In ihrem weiteren Verlauf im Halsbereich wird die Arteria carotis interna von der Vena jugularis interna und vom Nervus vagus begleitet. Sie wird dabei durch den Musculus styloglossus und den Musculus stylopharyngeus von der Arteria carotis externa getrennt.

3 Einteilung

3.1 ...nach anatomischem Verlauf

Nach ihrem Verlauf und den umgebenden anatomischen Strukturen lässt sich die Arteria carotis interna von kaudal nach kranial in 4 Abschnitte aufteilen:

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3.2 ...nach Bouthillier

Neben dieser in der Anatomie üblichen Einteilung wird in der Neurochirurgie auch die Einteilung nach Bouthillier verwendet, welche die Arteria carotis interna in 7 Segmente einteilt:[1]

  • C1: Zervikales Segement: Beginn an Karotisbifurkation, Ende mit Eintritt in Canalis caroticus
  • C2: Petröses bzw. horizontales Segment: Bereich innerhalb des Canalis caroticus. Ende am posterioren Rand des Foramen lacerum.
  • C3: Lacerum-Segment: Beginn mit Austritt aus Canalis caroticus bis zum petrolingualen Ligament (periostaler Ausläfer vom Canalis caroticus).
  • C4: Kavernöses Segment: Verlauf im Sinus cavernosus mit vertikalem Anteil, posterior konvexer Biegung, horizontalem Anteil und anterior konvexer Biegung.
  • C5: Clinoidales Segment: wird durch den inkompletten proximalen und den kompletten distalen Duraring gebildet.
  • C6: Ophthalmisches Segment: zwischen distalem Duraring (also intradural) bis proximal des Abgangs der Arteria communicans posterior.
  • C7: Terminales bzw. Communicans-Segment: Beginn vor Abgang der Arteria communicans posterior. Ende am Karotis-T.

3.3 ...nach NYU-Klassifikation

Die NYU-Klassifikation 2014 wird insbesondere in der Neuroradiologie zur angiografischen Beurteilung von Aneurysmen verwendet. Hierbei werden ebenfalls 7 Segmente unterschieden:

  • Zervikales Segment: analog zu C1
  • Petröses Segment: umfasst C2 und C3. Das petrolinguale Ligament ist angiografisch nicht sichtbar, daher wird der vordere Anteil der Felsenbeinkante als Landmarke verwendet.
  • Kavernöses Segment: Von vermuteter Lokalisation des petrolingualen Ligaments bis zum proximalen Duraring.
  • Paraophthalmisches Segment: vom proximalen Duraring bis vor dem Abgang der Arteria communicans posterior
  • Communicans-posterior-Segment: Vor Abgang der Arteria communicans posterior bis zum Abgang der Arteria choroidea anterior.
  • Choroidea-anterior-Segment: Abgang der Arteria choroidea anterior
  • Terminales-Segment: Distal des Abgangs der Arterioa chorodiea anterior bis zum Karotis-T

4 Äste

Der zervikale Abschnitt der Arteria carotis interna weist keine Äste auf. In den anderen Abschnitten gehen folgende Äste ab:

4.1 Pars petrosa

4.2 Pars cavernosa

4.3 Pars cerebralis

5 Klinik

Die wichtigste Pathologie der Arteria carotis interna ist ihre Verengung (Stenose) im Rahmen einer systemischen Arteriosklerose. Eine Komplikationen der ACI-Stenose ist der Schlaganfall. Eine passagere Minderdurchblutung kann zu Bewusstseinsstörungen, Sehstörungen und Schwindelanfällen führen.

6 Quellen

  1. Bouthillier A et al. Segments of the Internal Carotid Artery: A New Classification, Neurosurgery. 1996;38(3):425–433, abgerufen am 16.04.2020

Diese Seite wurde zuletzt am 6. Oktober 2021 um 11:34 Uhr bearbeitet.

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