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Circulus arteriosus cerebri

nach dem englischen Arzt Thomas Willis (1621-1673)
Synonyme: Circulus arteriosus Willisi, Circulus arteriosus Willisii
Englisch: cerebral arterial circle, arterial circle of Willis, Willis circle

1. Definition

Der Circulus arteriosus cerebri ist ein arterieller Gefäßring an der Gehirnbasis, welcher der Blutversorgung des Gehirns dient.

3D-Modell der Hirnarterien.

2. Anatomie

Der Circulus arteriosus cerebri setzt sich – von anterior nach posterior – aus folgenden Gefäßen zusammen:

Die beiden Arteriae cerebri mediae werden nicht dem Circulus arteriosus cerebri zugerechnet.

1) Schemazeichnung des Circulus arteriosus cerebri 2) Präparat des Circulus arteriosus cerebri

3. Topographie

Der Circulus arteriosus liegt in der Cisterna basalis und umrahmt von vorne nach hinten folgende Strukturen:

4. Varietäten

Die Anatomie des Circulus arteriosus cerebri ist außerordentlich variantenreich. Die Bedeutung der Gefäße, die Blut in den Circulus arteriosus cerebri einspeisen, kann entsprechend sehr unterschiedlich sein. Vor allem die Ausprägung der Anastomosen über die Communicans-Arterien ist interindividuell sehr verschieden.

Ein geschlossener Arterienring liegt in rund 90 bis 95 % der Fälle vor. Bei 40 bis 50 % der Menschen existieren jedoch Varianten, die insbesondere die Ausbildung und Kaliberstärke der Arteriae communicantes posteriores betreffen. Selten fehlen sie ganz oder eine der beiden Arteriae cerebri posteriores geht aus der ACI hervor (fetale PCA).

5. Funktion

Der Circulus arteriosus cerebri bildet einen Kollateralkreislauf (Anastomose), der primär dem Druckausgleich zwischen den verschiedenen Stromgebieten dient und somit für eine gleichmäßige Durchblutung des Gehirns sorgt. Bei chronischem Verschluss einer der beteiligten Arterien kann in gewissen Grenzen die Durchblutung des Gehirns aufrecht erhalten werden.

Darüber hinaus wird vermutet, dass der Circulus arteriosus cerebri eine Rolle bei der Dämpfung der Pulswellen im Gehirn spielen könnte.

6. Situs

7. Klinik

Zerebrale Aneurysmen finden sich häufig im Bereich des Circulus arteriosus. Rupturen führen zu einer Subarachnoidalblutung.

8. Quelle

  • 3D-Modell: Dr. Claudia Krebs (Faculty Lead) University of British Columbia
Stichworte: 3D-Modell, Arterie, Gehirn, Piccer
Fachgebiete: Zentralnervensystem

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20.03.2025, 15:01
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