Cisterna basalis
Synonyme: Basalzisterne, basale Zisterne
Englisch: basal cistern
Definition
Cisterna basalis ist eine Sammelbezeichnung für die erweiterten Subarachnoidalräume (Liquorzisterne), die vom Foramen magnum der hinteren Schädelgrube (Fossa cranii posterior) bis zur Crista galli der vorderen Schädelgrube (Fossa cranii anterior) reichen. Es handelt sich um ein Ensemble vieler einzelner Zisternen, die miteinander kommunizieren. Sie lassen sich neuroanatomisch mehr oder weniger scharf voneinander abgegrenzen.
Anatomie
Die Cisternae basales lassen sich topographisch nach verschiedenen Aspekten unterteilen, zum Beispiel durch die Beziehung zum Dorsum sellae oder nach der Lage oberhalb oder unterhalb des Kleinhirnzelts (Tentorium cerebelli). Diese Einteilungen überschneiden sich naturgemäß und sind in der anatomischen Literatur uneinheitlich.
...nach Lage zum Tentorium
Supratentorielle Zisternen
Diese Zisternen liegen oberhalb des Kleinhirnzelts:
- Cisterna chiasmatica
- Cisterna suprasellaris
- Cisterna laminae terminalis
- Cisterna interpeduncularis
- Cisterna carotica
- Cisterna fossae lateralis cerebri
- Cisterna quadrigeminalis
- Cisterna ambiens
Infratentorielle Zisternen
Folgende Zisternen liegen unterhalb des Kleinhirnzelts:
- Cisterna prepontina
- Cisterna pontis
- Cisterna cerebellomedullaris (Cisterna magna)
- Cisterna pontocerebellaris
...nach Lage zum Dorsum sellae
Vordere Basalzisterne
Sie reicht vom Dorsum sellae bis zum Vorderrand der vorderen Schädelgrube und umfasst die
Hintere Basalzisterne
Sie erstreckt sich vom Dorsum sellae bis zum Foramen magnum und setzt sich aus mehreren Teilzisternen zusammen, z.B. aus
Im Übergangsbereich beider Abschnitte liegt der Circulus arteriosus cerebri.
Topographie
Die Cisternae basales liegen in enger Beziehung zum Hirnstamm (Mesencephalon, Pons, Medulla oblongata), zum Hypothalamus und zur Hypophyse sowie zum Chiasma opticum und den Hirnnerven II–XII.
Funktion
Die Basalzisternen spielen eine wichtige Rolle in der Liquorzirkulation. Durch die Apertura mediana des vierten Hirnventrikels gelangt der Liquor aus dem Ventrikelsystem in die Cisterna magna.
Die Basalzisternen dienen als Liquoreservoir und Druckausgleichsraum. Sie puffern als Flüssigkeitskissen das empfindliche Hirnparenchym gegen die knöcherne Schädelbasis ab.
Klinik
Die Basalzisternen spielen bei Subarachnoidalblutungen (SAB) eine wichtige Rolle, da sich in diesem Bereich aufgrund der Schwerkraft Blut sammelt und zu Vasospasmen der durchziehenden Hirnarterien führen kann. Das Ausmaß der Blutfüllung korreliert mit dem Schweregrad der SAB. Im CT lassen sich Blutungen im Bereich der Basalzisternen als hyperdense Areale nachweisen.