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Aneurysma

Englisch: aneurysm

1 Definition

Als Aneurysma bezeichnet man eine pathologische, begrenzte irreversible Aufweitung der Wand eines Blutgefäßes (Arterie, Vene) oder der Herzwand. Im erweiterten Sinn werden auch verschiedene, durch Blutungen verursachte Gefäßveränderungen als Aneurysma bezeichnet.

Der Plural von Aneurysma lautet "Aneurysmata" oder "Aneurysmen".

2 Ätiologie

Arterielle Aneurysmen entstehen durch eine angeborene oder erworbene Wandschwäche des betroffenen Gefäßes; die Ätiologie ist divers und u.a. lokationsabhängig. Arterielle extrakraniale Aneurysmen sind zu etwa 80 bis 85% durch eine Arteriosklerose bedingt. Angeborene throrakale Aneurysmen kommen gehäuft bei Fibrillopathien oder Störungen der Kollagensynthese vor, z.B. im Rahmen eines Marfan- oder Ehlers-Danlos-Syndroms.

3 Einteilung

3.1 ...nach Form

Klassischerweise unterscheidet man drei Formen des Aneurysmas:

Nur das Aneurysma verum (lat. verum - "echt") ist ein Aneurysma im Sinne der o.a. Definition. Das Aneurysma dissecans ist keine echte Gefäßerweiterung, sondern das Ergebnis einer Einblutung in die Gefäßwand durch Einriss der inneren Gefäßwandschichten (Intima und Teile der Media) mit Entstehung eines Pseudolumens. Das Aneurysma spurium entsteht durch eine Einblutung ins umliegende Gewebe und täuscht die Erweiterung des Blutgefäßes lediglich vor. Es wird deshalb auch "Aneurysma falsum" genannt.

3.2 ...nach Lokalisation

3.3 ...nach Ätiologie

3.4 Sonstige Formen

4 Pathologie

Bei echten Aneurysmen ist die Arterienwand hochgradig verschmälert. Die glatte Muskulatur und die elastischen Fasern sind weitgehend von Kollagenfasern verdrängt. Das Lumen des Aneurysmas kann teilweise von einem Abscheidungsthrombus ausgefüllt sein.

5 Klinik

Aneurysmen sind in der Regel asymptomatisch, solange sie die Nachbarstrukturen nicht verdrängen und die Hämodynamik im betroffenen Gefäßabschnitt nicht beeinträchtigt ist. Große Aneurysmen können durch Kompression umliegender Strukturen verschiedene, lageabhängige Symptome verursachen, z.B. Paresen oder Obstruktionen. Bei einer Beeinträchtigung der Hämodynamik können Embolien und Ischämien auftreten.

Die Ruptur eines Aneurysmas mit anschließender Massenblutung führt häufig zu einer schweren Symptomatik mit Schock und Kreislaufstillstand.

6 Therapie

Die gefäßchirurgische Behandlung von Aneurysmen ist von der Lage und vom genauen Typ des Aneurysmas abhängig. Bei zerebralen Aneurysmen kommt meist ein Coiling zum Einsatz. Dissezierende Aneurysmen werden mit einer Gefäßendoprothese oder durch Stents versorgt.

7 Links

8 Quellen

  • Goebell H, Wagner J: Innere Medizin mit Repetitorium. 2011. De Gruyter Verlag
  • Mewis C, Riessen R, Spyridopoulos I: Kardiologie kompakt 2. Auflage, 2006. Thieme Verlag. doi:10.1055/b-002-23562

Tags:

Fachgebiete: Anatomie, Angiologie

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