Aneurysma verum
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LoslegenSynonym: Echtes Aneurysma
Englisch: true aneurysm
Definition
Das Aneurysma verum ist eine umschriebene, dauerhafte Erweiterung einer Arterie (Aneurysma), bei der alle drei Wandschichten (Tunica intima, Tunica media und Tunica adventitia) der Gefäßwand beteiligt sind.
Einteilung
Man unterscheidet nach der äußeren Form das spindelförmige Aneurysma fusiforme vom sackförmigen Aneurysma sacciforme.
Ätiologie
Die häufigste Ursache eines Aneurysma verum ist die Arteriosklerose. Diese Aneurysmen sind zu 85 % unterhalb der Nierenarterienabgänge (infrarenal) angesiedelt. Häufigste Lokalisation ist die Bauchaorta, seltener die Arteria iliaca oder die Arteria poplitea (Popliteaaneurysma).
Deutlich seltener wird ein Aneurysma verum durch Pilze oder Bakterien (v.a. Treponema pallidum) ausgelöst. Der Sitz des Aneurysmas liegt dann meistens in der Aorta oberhalb der Nierenarterien (suprarenal).
Angeborene echte Aneurysmen sind meist intrakraniell lokalisiert.
Pathogenese
Die Entstehung eines Aneurysma verum beruht auf einer strukturellen Schwächung der Gefäßwand. Dabei führen degenerative Veränderungen und chronische Entzündungsprozesse zu einem Abbau von Elastin- und Kollagenfasern. Die Wandfestigkeit wird dadurch vermindert. Unter dem Einfluss der hämodynamischen Belastung kommt es schließlich zu einer fortschreitenden Dilatation der Arterie. Je nach Grunderkrankung können auch genetisch bedingte Defekte des Bindegewebes (z.B. Marfan-Syndrom) oder Arteriitiden die Entwicklung eines Aneurysma verum begünstigen.
Klinik
Viele Aneurysmen bleiben lange asymptomatisch. Beschwerden entstehen erst durch Kompression benachbarter Strukturen, thromboembolische Komplikationen oder Ruptur.
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt in Abhängigkeit von Lokalisation und Fragestellung mittels Bildgebung. Infrage kommen Sonographie, CT-Angiographie oder MR-Angiographie. Die digitale Subtraktionsangiographie spielt heute vor allem bei der interventionellen Therapieplanung eine Rolle.
Therapie
Die Therapie richtet sich nach Lokalisation, Größe, Wachstumsgeschwindigkeit und Rupturrisiko des Aneurysmas. Kleine, asymptomatische Aneurysmen können zunächst mittels regelmäßiger bildgebender Verlaufskontrollen überwacht werden ("Watchful Waiting"). Kardiovaskuläre Risikofaktoren sollten konsequent vermieden werden.
Bei symptomatischen, rasch wachsenden oder rupturgefährdeten Aneurysmen ist in der Regel eine operative oder interventionelle endovaskuläre Versorgung indiziert. Beispiele sind die endovaskuläre Aneurysmareparatur (EVAR) bzw. die thorakale endovaskuläre Aortenreparatur (TEVAR).