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Querschnittmyelitis

Synonym: Myelitis transversa

1 Definition

Das kombinierte Auftreten eines Querschnittssyndroms und einer Entzündung des Rückenmarks wird als Querschnittmyelitis bezeichnet.

2 Epidemiologie

Die Querschnittmyelitis ist eine seltene Erkrankung mit einer Inzidenz von 1-2 auf 100.000 Einwohner pro Jahr.

3 Ätiologie

Die Querschnittmyelitis manifestiert sich infektiös oder parainfektiös. Die häufigsten Verursacher eine Querschnittmyelitis sind das Coxsackie-Virus, das ECHO-Virus sowie das Varizella-Zoster-Virus. Das Epstein-Barr-Virus und das HTLV-I-Virus sind seltener Ursache der Erkrankung.

Bei Immunsuppression können auch das Cytomegalie-Virus und das Herpes-simplex-Virus zur Entstehung der Erkrankung führen.

Aber auch Borrelien, Chlamydien, Treponema pallidum und Mycoplasma pneumoniae kommen als Verursacher in Frage.

Eine Querschnittmyelitis wurde ebenfalls nach Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln, Hepatitis B, Tollwut und Tetanus beobachtet.

4 Histopathologie

Bei der histopathologischen Untersuchung zeigt sich eine Entmarkung in der Umgebung der Venen mit Infiltration durch Makrophagen.

5 Klinik

Die Erkrankung imponiert durch ein partielles oder komplettes Querschnittssyndrom. Störungen im Bereich des autonomen Nervensystems werden ebenfalls beobachtet. Häufig entwickelt sich im Laufe der Zeit eine Spastik mit Reflexsteigerung.

Die Querschnittmyelitis entwickelt sich in der Regel subakut innerhalb von Stunden bis Tage. Die beobachteten motorischen und sensiblen Ausfälle sind in der Regel symmetrisch.

6 Differenzialdiagnose

Differenzialdiagnostisch sollte an eine Multiple Sklerose, eine Enzephalomyelitis sowie an eine Myelitis bei Sarkoidose oder Kollagenose gedacht werden. Aber auch eine Poliomyelitis, intramedulläre Tumoren, eine Meningeosis carcinomatosa und spinale Abszesse können zu den beschriebenen Symptomen führen.

7 Diagnostik

Grundlegend sind Anamnese und klinische Untersuchung. Die betroffenen Patienten berichten dabei häufig von einem Infekt oder einer Impfung. Bei der klinischen Untersuchung zeigen sich schwache Paresen, eine Hyporeflexie bis Areflexie sowie Sensibilitätsstörungen.

An bildgebender Diagnostik sollte ein Magnetresonanztomogramm mit Kontrastmittel angefertigt werden.

Bei der Untersuchung des Liquors nach Lumbalpunktion zeigt sich bei viraler oder parainfektiöser Genese eine lymphozytäre Pleozytose mit leichter Erhöhung der Proteinkonzentration. Wenn die Erkrankung durch Bakterien verursacht wurde, liegt eine granulozytäre Pleozytose vor.

MEP und SEP sind verzögert.

Weiterhin sollte versucht werden, den Erreger zu identifizieren. Da jedoch nur einige Infektionen behandelt werden können, sollte man sich auf die Suche nach diesen Erregern beschränken. Zu diesen Erregern gehören das Varizella-Zoster-Virus, das Herpes-Simplex-Virus, Mycoplasmen und Borrelien.

8 Therapie

Die Querschnittmyelitis wird mit hochdosierten Glukokortikoiden behandelt. Zusätzlich werden ein Cephalosporin der dritten Generation sowie Aciclovir verabreicht sowie eine Thromboseprophylaxe und Physiotherapie durchgeführt.

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