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Vincristin

(Weitergeleitet von Vincristinsulfat)

Synonyme: Vincristinum, Vincristinsulfat, Leurocristin, Vincristini sulfas PhEur
Handelsname: Oncovin®
Englisch: Vincristine

1 Definition

Vincristin ist ein Zytostatikum, welches zur Krebsbehandlung eingesetzt wird, bei der man sich seine hemmende Wirkung auf die Zellteilung zu Nutze macht. Es wird zur Chemotherapie – häufig in Kombination mit anderen Zytostatika – zur Bekämpfung von malignen Tumorerkrankungen angewendet.

2 Chemie

Chemisch betrachtet gehört Vincristin zur Gruppe der Pflanzenalkaloide und als erstes isoliert wurde es aus der Rosafarbenen Catharanthe. Spezieller betrachtet ist Vincristin eine Substanz aus der Gruppe der halbsynthetischen Vincaalkaloide.

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3 Wirkmechanismus

Wie alle Vincaalkaloide heftet sich das Vincristin an das Protein Tubulin. Dadaurch ist die Ausbildung von Mikrotubuli nicht mehr möglich. Diese haben die Aufgabe, im Rahmen der M-Phase der Mitose die jeweiligen Chromosomenpaare der neu gebildeten Zellen auseinanderzuziehen.

Unterbleibt dieser Mechanismus, ist die Bildung neuer Zellen nicht mehr möglich. Die Verteilung der Chromosomenpaare auf die Tochterzellen ist unverzichtbar wichtig für die Entstehung von Zellen. Da dies nun nicht mehr gegeben ist, kommt es bei den neuen Zellen zur Apoptose (Zelltod). Da sich die Zellen in einem Tumor sehr schnell teilen, ist die Mitose dort besondern stark von dem Einsatz dieses Zytostatikums betroffen und das Krebswachstum kann effektiv verlangsamt oder sogar unterbunden werden. Eine weitere Wirkung von Vincristin ist die Hemmung bzw. Störung der DNA-Synthese und der RNA-Produktion, weswegen auch keine Proteinbildung mehr möglich wäre.

4 Anwendungsgebiete

Ein Zytostatikum wie Vincristin greift grundsätzlich in jede Mitose, insbesondere schnell verlaufende wie bei Tumorzellen, ein. Daher kann es prinzipiell für alle malignen Tumorerkrankungen eingesetzt werden. Dennoch gibt es einige Krankheiten, bei denen Vincristin besondere Anwendung findet. Diese wäre:

5 Art der Anwendung

Vincristin kann lediglich intravenös angewendet werden. Eine Chemotherapie mit diesem Präparat darf nur unter der allerstrengsten ärztlichen Aufsicht erfolgen, da eine falsche Anwendung bzw. Überdosierung schwerste bzw. tödliche Folgen haben kann. Bei Erwachsenen ist die übliche Wochendosis 1,0 – 2,0 mg/Quadratmeter Körperoberfläche. Bei Kindern und Jugendlichen beträgt die Dosis 2,0 mg/qm Körperoberfläche intravenös einmal in der Woche. Patienten mit einem direkten Serumbilirubin-Wert von über 3mg/dl darf nur eine weit niedrigere Dosis Vincristin verabreicht werden.

6 Nebenwirkungen

Die neurologischen Ausfallserscheinungen können sich unter Umständen manifestieren und sind dann nicht mehr rückgängig zu machen.

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