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Intravenöse Injektion

Synonym: i.v.-Injektion
Englisch: intravenous injection

1 Definition

Die intravenöse Injektion ist eine Therapiemaßnahme, bei der ein in Flüssigkeit gelöster oder suspendierter Arzneistoff mit Hilfe einer Spritze in eine Körpervene eingebracht wird.

2 Hintergrund

Die intravenöse Injektion ist neben der intramuskulären Injektion (i.m.) und der subkutanen Injektion (s.c.) eines der wichtigsten Applikationsverfahren für die parenterale Arzneimittelgabe.

3 Geschichte

Die Anfänge der intravenösen Injektion liegen im 17. Jahrhundert, wo das Verfahren zunächst experimentell an Tieren durchgeführt wurde, später auch an Menschen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde erstmals die intravenöse Gabe von Kochsalzlösungen im Rahmen von Choleraepidemien versucht. Die erste Erwähnung dieser Methode in The Lancet datiert auf das Jahr 1832. Aufgrund der mangelhaften Sterilität der Lösungen konnte sich das Verfahren jedoch noch nicht etablieren.

Erst durch neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Mikrobiologie und Hygiene konnte sich die intravenöse Injektion im späten 19. Jahrhundert und beginnenden 20. Jahrhundert langsam durchsetzen. Der französische Arzt Charles Gabriel Pravaz (1791–1855) entwickelte den Vorläufer der heutigen Injektionsspritze. 1870 führte Pierre Cyprien Ore die i.v.-Gabe von Chloralhydrat zur Analgesierung bei Operationen ein und manifestierte damit die Technik der intravenösen Applikation von Medikamenten.

4 Materialien

5 Technik

Für die intravenöse Injektion werden in der Regel die Armvenen, z.B. die Vena mediana cubiti oder die Vena cephalica verwendet. Alternativ kommen die Venen am Handrücken sowie beim erfahrenen Behandler die Vena jugularis externa oder die Vena femoralis in Frage. Beim Säugling nutzt man häufig die oberflächlichen Schädelvenen. Die Injektion sollte möglichst am liegenden Patienten erfolgen.

  • Stauschlauch anlegen und Vene ertasten. Stellen sich keine Venen dar, kann man den Patienten mit der Hand pumpen lassen und/oder mit der flachen Hand mehrmals auf die Haut klatschen, um die Darstellung zu verbessern.
  • Gewählte Einstichstelle mit Alkoholtupfer oder Sprühdesinfektion desinfizieren. Desinfektion kurz einwirken lassen.
  • Kanüle mit einem Winkel von 25-30° von distal nach proximal über der Vene in die Haut einführen. Ist die Vene getroffen, nimmt der Widerstand an der Kanülenspitze ab.
  • Mit dem Spritzenkolben leicht aspirieren und beobachten, ob Blut in den Kanülenansatz eintritt. Eine pulsierende Blutung deutet auf falsche Lage in einer Arterie hin.
  • Stauschlauch lösen
  • Flüssigkeit langsam injizieren. Dabei laufend kontrollieren, ob die Injektionslösung über die Vene abfließt. Bei Auftreten von Schmerzen oder einer paravasalen Schwelllung Injektion abbrechen.
  • Nach erfolgter Injektion Kanüle herausziehen und unmittelbar danach Tupfer auf die Punktionsstelle drücken.
  • Pflaster auf Punktionsstelle kleben

6 Pharmakologie

Die Vorteile der intravenösen Injektion eines Arzneistoffs liegen in seiner schnelleren Anflutung und höheren Bioverfügbarkeit. Im Gegensatz zur oralen Gabe unterliegt der Wirkstoff keinem First-pass-effect durch die Leberpassage. Die intravenöse Applikation erlaubt daher in der Regel niedrige Dosierungen, um eine klinisch relevante Wirkung zu erzielen.

7 Risiken

Bei der intravenösen Injektion handelt es sich um ein ärztliches Routineverfahren, das bei korrekter Ausführung eine hohe Sicherheit besitzt. Zu den wichtigsten Risiken zählen:

Weitere Risiken sind durch die Art des applizierten Arzneistoffs gegeben. Besonders die zu schnelle Injektion oder eine bestehende Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff kann ggf. erhebliche systemische Risiken mit sich bringen (u.a. Blutdruckabfall, Schock).

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