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Allergische Kontaktdermatitis

(Weitergeleitet von Allergisches Kontaktekzem)

Synonym: allergisches Kontaktekzem

1 Definition

Die allergische Kontaktdermatitis, auch allergisches Kontaktekzem genannt, ist eine entzündliche Hautveränderung (Ekzem), die durch eine allergische Reaktion vom Typ IV (Typ-IV-Allergie, "verzögerter Typ") ausgelöst wird. Sie stellt die häufigste Hauterkrankung in Deutschland dar.

2 Ätiopathogenese

Durch direkten oder indirekten (aerogenen) Kontakt mit einem Allergen (z.B. Nickel) werden bei einem Allergiker T-Zellen (T-Lymphozyten) sensibilisiert. Kommt es erneut zum Kontakt mit einem Antigen, bildet sich mit einer Verzögerung von 24 bis 72 Stunden eine allergische Kontaktdermatitis aus.

Wichtige Antigene sind: Nickelsulfat (häufigstes Allergen, in Schmuck, BH-Verschlüsen, Brillengestellen, Hosenknöpfen, etc.), Chromsalze (Bestandteil von vielen Baustoffen und Leder), Kobaltchlorid (Bestandteil von Zement und Farben), diverse Naturstoffe (Kosmetika), Gummi-Inhaltsstoffe, Glukokortikoide und viele mehr.

3 Klinik

Der klinische Verlauf ist abhängig von Sensibilisierungsgrad, Penetranz und Einwirkdauer des Allergens. Man unterscheidet die drei Verlaufsformen akut, subakut und chronisch.

3.1 Akute Form

Bei hoher Sensibilisierungsgrad und hohe Penetranz zeigt sich ein akuter phasenhafter Verlauf mit folgenden Stadien:

  • Stadium erythematosum et oedematosum
  • Stadium vesiculosum et bullosum
  • Stadium medidans
  • Stadium squamosum

3.2 Subakute Form

Bei mittlerem Sensibilisierungsgrad und mäßiger Penetranz kommt es zu einem subakuten Verlauf mit vielgestaltigen Effloreszenzen (u.a. Ödemen, Papeln, Lichenifikationen, Erythemen und Schuppungen).

3.3 Chronische Form

Bei geringer Sensibilisierung und Penetranz kommt es zu einer chronischen Kontaktdermatitis mit trockenem Ekzem, ausgeprägter Lichenifikation, Schuppung und geringem Erythem.

4 Therapie und Prävention

Wichtig ist in erster Linie die Vermeidung des Kontaktes mit möglichen Allergenen. Alkalische Seifen und Waschmittel reduzieren den Lipidfilm der Haut und können das Symptombild verschlechtern. Die Haut sollte daher mit ölhaltigen Zusätzen und unter Verwendung rückfettender Cremes gereinigt werden.

Die medikamentöse Therapie erfolgt mit Salben (z.B. mit Salizylsäure, Harnstoff, Antibiotika, Glukokortikoide, etc.; dabei immer Verträglichkeit kontrollieren). Ggf. helfen Antihistaminika und Phototherapie.

Diese Seite wurde zuletzt am 8. April 2021 um 16:04 Uhr bearbeitet.

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