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Dissoziative Konversionsstörung

(Weitergeleitet von Dissoziative Störung)

1 Definition

Bei einer dissoziativen Konversionsstörung handelt es sich um einen Oberbegriff transienter psychosomatischer Störungen. Die Patienten zeigen hierbei unterschiedliche Symptome, deren gemeinsames Merkmal es ist, dass zwar kein Zusammenhang zwischen körperlicher Krankheit und den gezeigten Symptomen nachgewiesen werden kann, aber es einen zeitlichen Zusammenhang zwischen gezeigten Symptomen und belastenden Ereignissen gibt.

2 Ursachen

Meistens liegt der dissoziativen Konversionsstörung ein psychischer Konflikt zugrunde, der schwer zu bewältigen ist. Dabei kann es sich um ein traumatisches Ereignis wie zum Beispiel den Tod einer nahe stehenden Person handeln. Der Betroffene filtert dann unbewusst die entsprechenden Stressoren heraus, so dass er nicht zusätzlich belastet wird. Dies verschafft ihm einen primären Krankheitsgewinn. Eine weitere gesteigerte Aufmerksamkeit seitens der die betroffene Person umgebenden Mitmenschen fördert diesen Zustand, so dass ein sekundärer Krankheitsgewinn resultiert.

3 Symptome

Ausprägung und Manifestation der Symptome sind sehr verschieden. Es kann ein einzelnes Symptom, wie eine partiellen Amnesie, alleine auftreten oder kombiniert, oft ist die Motorik auch beeinträchtigt, es kann zu Krampfanfällen, Sensibilitätsstörungen oder Paresen kommen.

3.1 Einteilung nach ICD-10

  • Dissoziative Amnesie (F 44.0) - völliges oder teilweises Fehlen von Erinnerungen, vor allem an belastende Ereignisse und weit über das normale Maß an Vergesslichkeit hinausgehend
  • Dissoziative Fugue (F 44.1) - Unerwartetes Verlassen der gewohnten Umgebung, teilweise oder vollständige Amnesie für den Zeitraum der Fugue
  • Dissoziativer Stupor (F. 44.2) - Normale Körperhaltung, Muskelspannung und Atmung bei verminderter Reaktion auf Reize
  • Trance und Besessenheitszustände (F 44.3)
  • Dissoziative Bewegungsstörungen (F 44.4) - Bewegungsminderung oder -unfähigkeit oder Koordinationsstörungen, Ataxie, Tremor, Dystonie, Myoklonie
  • Dissoziative Krampfanfälle (F 44.5) - erinnern an eine Epilepsie, gehen aber nicht mit Bewusstseinsverlust, Sturzverletzungen oder Urininkontinenz einher
  • Dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (F 44.6) - Störungen der Berührungsempfindung oder der Sinne wie Sehen, Hören, Riechen
  • Eine Kombination verschiedener dissoziativer Störungen (F 44.7)
  • Sonstige dissoziative Störungen (F 44.8x) - hierunter fallen beispielsweise die dissoziative Identitätsstörung und das Ganser-Syndrom

3.2 Komorbiditäten

Betroffene leiden oft an einer begleitenden Persönlichkeitsstörung oder auch Angststörung.

4 Diagnose

Im Rahmen einer Anamnese und Fremdanamnese kann der Neurologe in der Regel organische Ursachen für die Ausfallserscheinungen ausschließen. Verschiedene Fragebögen zur Selbst- und Fremdbeurteilung, wie das Structured Clinical Interview for DSM-IV Dissociative Disorders (SCID-D), können eingesetzt werden. Sofern Somatisierungserkrankungen ausgeschlossen und traumatische Erlebnisse ergründet werden können, kann die Diagnose eine dissoziativen Konversionsstörung gestellt werden.

5 Therapie

Mit Hilfe einer Verhaltenstherapie und psychotherapeutischen Gesprächen sollte so früh wie möglich versucht werden, den Patienten aus seiner selbst geschaffenen Isolation in die Realität zurück zu holen, damit die Störung nicht chronifiziert. Eine begleitende medikamentöse Therapie mit Benzodiazepinen zur Beruhigung ist möglich.

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