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Psychoanalyse

Englisch: psychoanalysis

1 Definition

Die Psychoanalyse zählt zu den psychodynamischen Therapieverfahren und wurde von Sigmund Freud entwickelt. Im Zentrum der Therapie steht die Arbeit am unbewussten Konflikt, den der Psychoanalytiker durch Interpretation zur Lösung bringen soll.

Moderne Modelle und Ansätze der Psychotherapie, die auf der Psychoanalyse basieren, bezeichnet man als psychodynamische Konzepte.

2 Indikationen

Einsatzgebiete der Psychoanalyse können unter anderem Probleme mit der Identitätsfindung, zwischenmenschliche Konflikte, Depressionen oder Angsterkrankungen sein. Ebenfalls zählen dissoziative Störungen und Persönlichkeitsstörungen zu den Indikationen.

3 Therapieprinzipien

Die Persönlichkeit des Patienten und seine unbewusst gewordene Lebensgeschichte sollen umfassend analysiert werden. Ziel ist nicht die schnelle Beseitigung der Symptome sondern eine Veränderung der bestehenden Strukturen und Fixierungen des Patienten. Wichtig in der Therapie ist vor allem die freie Assoziation und die Traumdeutung, die Unbewusstes zu Tage bringen soll. Ebenfalls kommt der Bearbeitung von Übertragung, Gegenübertragung und Widerstand eine entscheidende Bedeutung zu.

4 Therapiesetting

In der Regel finden be einer niederfrequenten psychoanalytischen Therapie 1-2 Sitzungen pro Woche für 2-3 Jahre statt. Sie kann im Liegen oder im Sitzen durchgeführt werden. Bei der hochfrequenten psychoanalytischen Therapie (eigentliche Psychoanalyse) finden die Sitzungen 3-4 Mal pro Woche statt. Eine komplette Therapie kann mehr als 10 Jahre in Anspruch nehmen. Der Therapeut sitzt dabei üblicherweise außerhalb des Gesichtsfeldes des Patienten, während dieser auf einer Couch liegt. Durch die liegende Position soll eine bessere Entspannung des Patienten und eine Aufmerksamkeitslenkung auf seine Seelenwelt erzielt werden. Durch eine Förderung der Regression wird ein erneutes Erleben und die Reaktivierung von alten seelischen Konflikten ermöglicht.

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