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Freie Assoziation

Englisch: free association

1 Definition

Die freie Assoziation ist eine Technik die in der Psychoanalyse und in psychodynamischen Therapieverfahren Verwendung findet. Sie gilt als wichtiges Instrument zur Erforschung der menschlichen Gedankenwelt und stellt neben der Traumdeutung und der Analyse von Fehlleistungen eine der wichtigsten Säulen der Psychoanalyse dar. Weiters wird die freie Assoziation auch zur psychiatrischen Diagnostik (Rorschach-Test) oder zum Brainstorming verwendet.

2 Vorgehensweise

Der Patient soll im Rahmen einer Therapie völlig frei und unzensiert seine spontanen Gedanken und Gefühle zum Ausdruck bringen, auch wenn sie ihm als unpassend, unsinnig, unangenehm, zu persönlich oder sittenwidrig erscheinen. Deswegen wird zu Beginn einer Analyse im Rahmen eines Therapievertrages eine Grundregel vereinbart, die festlegt, dass der Analysand seine Assoziationen stets preisgeben muss und sie nicht für sich behalten darf. Eine Hauptbedingung ist das Vertrauen des Patienten, das zuerst gewonnen werden muss. Vorraussetzung für die freie Assoziation ist eine möglichst stressfreie, entspannte Umgebung. Hierzu kann das klassische Setting der Psychoanalyse verwendet werden, indem der Analysand auf einer Couch liegt, während der Psychoanalytiker außerhalb des Gesichtsfelds des Analysanden sitzt. Dadurch soll sich der Patient weniger beobachtet fühlen, und seine Assoziationen werden nicht von nonverbalen Einflüssen des Therapeuten beeinträchtigt. Durch die liegende Position des Patienten wird die Entspannung gefördert, innere Bilder können leichter entstehen. Der Sinn der freien Assoziation besteht darin, das Vorbewusste bewusst zu machen. Auf den ersten Blick entbehren die gesagten Inhalte des Patienten jeglicher Systematik und Ordnung. Das Vorbewusste ist laut Freud ein Teil des Bewusstseins, der zwar frei zugänglich ist, aber meist ignoriert wird. Der Analytiker hat nun die Aufgabe zu interpretieren, die aufgetretenen Gedanken und Ideen des Patienten zu vernetzen, und in einen sinnvollen Erklärungskontext zu bringen, damit der Patient Einsicht in die Beziehung zwischen seinen Verhaltensweisen und deren zu Grunde liegenden Gedanken und Gefühlen gewinnen kann.

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