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Gegenübertragung

Englisch: countertransference

1 Definition

Gegenübertragung ist ein Begriff der Psychoanalyse, den Sigmund Freud benutzte, um die reaktiv aufkommenden Gefühle, Wünsche, Erwartungen und Vorurteile des Therapeuten gegenüber dem Patienten zu beschreiben.

2 Hintergrund

In der klassischen Psychoanalyse verlässt der Therapeut dabei seine gewünschte neutrale Position. Vorerst wurde dies als Therapiehindernis gesehen, später wurde von Freud und Paula Heimann der therapeutische und diagnostische Nutzen entdeckt. Um als Psychotherapeut eine Gegenübertragung erkennen zu können ist eine Lehranalyse (Selbsterfahrung) notwendig, damit er sich seiner eigenen Urteile, Wünsche und Kränkungen bewusst werden kann.

Empirische Studien zeigten, dass eine sehr positive oder sehr negative Einstellung des Therapeuten gegenüber seines Patienten große Einflüsse auf den Therapieverlauf und die Prognose ausübte. Besonders häufig manifestieren sich solche Affekte in erotischen Gefühlen bei Therapeut-Patientin-Beziehungen oder in übersteigerter Bemutterung bei Therapeutin-Patient/Patientin-Beziehungen.

Freud schlug zur Vorbeugung einer solchen Resonanz vor, sich an den Chirurgen zu orientieren, da diese durch Ausschaltung aller äußeren Einflüsse und Fokussierung aller Aufmerksamkeit auf ihre Operation, jegliche subjektive, menschliche Wallungen ausklammern können, da ihre Patienten nicht ansprechbar und handlungsunfähig sind.

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