Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Wir sind auf der Suche nach Schnee in Richtung Nordpol gefahren. Deswegen steht das Flexikon vom 14.12. bis 10.01.2019 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 10. Januar könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

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Zytomegalievirus

Synonyme: Cytomegalievirus, CMV, Humanes Herpesvirus 5, HHV 5
Englisch: human cytomegalovirus, HCMV, CMV, human herpesvirus-5, HHV-5

1 Definition

Das Zytomegalievirus, kurz CMV, ist ein Virus, das zu den Herpesviridae gehört und auch als HHV 5 (Humanes Herpesvirus 5) bezeichnet wird. Als Herpes-β-Virus ist eine langsame, schwache Zytopathologie und ein enges Wirtsspektrum charakteristisch. Das Virus besitzt eine doppelsträngige DNA, ist ikosaedrisch aufgebaut und mit einer Virushülle ausgestattet. Die Reifung des Virus erfolgt im Zellkern. Es persistiert lebenslang im Körper.

2 Epidemiologie

CMV ist weltweit verbreitet. Die Übertragung erfolgt als Tröpfchen- oder Schmierinfektion über Speichel, Blut, Muttermilch, Samenflüssigkeit und Zervixsekret. Außerdem ist eine Infektion über Blutkonserven oder Gewebetransplantate möglich. Die Durchseuchung in Industrieländern liegt bei Erwachsenen bei ca. 70%.

3 Pathogenese

Das Virus befällt vorwiegend die duktalen Epithelzellen der Speicheldrüsen. Im Mikroskop sehen die befallenen Zellen aufgrund von Einschlusskörperchen wie Eulenaugen aus (Eulenaugenzellen). Es ist von einer lebenslangen Persistenz des Virus im Körper des Wirts auszugehen.

4 Klinik

Die Primärinfektion mit CMV verläuft in den meisten Fällen inapparent, sofern der Betroffene immunkompetent ist, d.h. über ein funktionierendes Immunsystem verfügt.

4.1 Pränatale Infektion

In etwa 40% der Fälle wird bei einer Primärinfektion pränatal, d.h. während der Schwangerschaft auch das ungeborene Kind infiziert. In den meisten Fällen bleibt diese Infektion symptomlos, jedoch sind in etwa 10% der Fälle mit Komplikationen beim Kind zu rechnen. Dabei können unter anderem Hörschäden, geringes Geburtsgewicht, Hepatosplenomegalie, Gerinnungsstörungen, Mikrozephalie, Ventrikeleinblutungen, Retinitis, Ikterus sowie geistige oder körperliche Behinderungen auftreten

4.2 Perinatale Infektion

Oft beobachtet man die Reaktivierung einer CMV-Infektion der Mutter während der Schwangerschaft. Deshalb ist es möglich, dass Neugeborene perinatal, d.h. während der Geburt mit CMV infiziert werden. Diese Infektion verläuft meist symptomlos, Komplikationen kann es z.B. bei Frühgeborenen geben.

4.3 Postnatale Infektion

Während eine Erstinfektion mit CMV bei Kindern meist symptomlos verläuft, entwickeln Erwachsene meist unspezifische, milde Symptome ähnlich eines grippalen Infekts. In seltenen Fällen können Lungenentzündungen (Pneumonie) oder Leberenzündungen (Hepatitis) auftreten. Gefährlich ist eine CMV-Infektion für Personen mit geschwächtem Immunsystem (Immunsuppression), z.B. nach Transplantationen, bei einer Krebserkrankung oder HIV-positiven Patienten (AIDS). In diesen Fällen kann eine CMV-Infektion tödlich enden. Symptome sind oft Fieber, Pneumonie, Darmentzündung (Colitis), Gehirnentzündung (Enzephalitis), Ösophagitis oder Hepatitis. Charakteristisch ist eine Retinitis bei AIDS-Kranken.

5 Komplikationen

Nach einer CMV-Infektion (häufig Erstinfektion) kann es zur Ausbildung eines Guillain-Barré-Syndroms kommen.

6 Diagnostik

Die Anzüchtung des Virus ist möglich. Die Diagnostik erfolgt über die Beobachtung des zytopathischen Effekts oder durch den Nachweis viraler Antigene mittels Immunfluoreszenz oder PCR. Außerdem ist ein Antikörpernachweis mittels Western-Blot möglich. Serologische Nachweisverfahren werden bei CMV weniger empfohlen, da sie fehlerhaft und schwierig auszuwerten sind.

7 Therapie

CMV kann virustatisch mit Ganciclovir oder Valganciclovir behandelt werden. Außerdem stehen alternativ Cidofovir oder Foscarnet zur Therapie zur Verfügung.

Zur Prophylaxe immunsupprimierter Personen sind Hyperimmunseren verfügbar. Es wird empfohlen in der Schwangerschaft eine CMV-Antikörperbestimmung durchzuführen, um Schäden des Feten zu verhindern.

Fachgebiete: Virologie

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