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Lymphogranuloma inguinale

Synonyme: Lymphogranuloma venereum, "Vierte Geschlechtskrankheit", Lymphogranulomatosis inguinalis, Lymphopathia venerea, Morbus Nicolas-Favre, Morbus Durand-Nicolas-Favre
Englisch: Lymphogranuloma venereum, LGV

1 Definition

Das Lymphogranuloma inguinale ist eine Geschlechtskrankheit (STD), die durch das Bakterium Chlamydia trachomatis ausgelöst wird.

2 Erreger

Erreger ist das obligat intrazelluläre gramnegative Bakterium Chlamydia trachomatis der Serotypen L1-L3.

3 Infektion

Die Übertragung des Erregers erfolgt durch Geschlechtsverkehr.

4 Epidemiologie

Lymphogranuloma inguinale tritt überwiegend in tropischen und subtropischen Ländern auf. In Deutschland ist die Erkankung selten.

5 Symptome

5.1 Primärstadium

Die klinische Manifestation hängt von der Eintrittsstelle des Erregers ab:

  • Sind Penis oder Vagina betroffen, entsteht eine meist einzelstehende Papel oder Pustel, die schnell geschwürig zerfällt. Sie hinterlässt eine kleine, einige Millimeter durchmessende, schmerzlose Ulzeration der Schleimhaut. Diese bildet sich dann nach einigen Tagen spontan zurück.
  • Bei Befall des Rektums (Analverkehr) verläuft das Primärstadium meist unbemerkt.
  • Der pharyngeale Befall nach Oralverkehr ist relativ selten. Hier kommt es zu Ulzerationen der Mund- oder Rachenschleimhaut.

5.2 Sekundärstadium

Unbehandelt geht das Lymphogranuloma inguinale in ein Sekundärstadium über. Dabei kommt es - nach einer Latenzzeit von Tagen bis Wochen - zur weiteren Verbreitung der Erreger auf den Lymphwegen mit schmerzhafter, ausgeprägter Lymphadenitis (druckdolente "Bubonen") und Lymphangiitis. Bei genitalem Primäraffekt sind die genitalen, inguinalen oder perinealen Lymphknoten betroffen. Bei Frauen tritt ggf. begleitend eine Zervizitis, Perimetritis oder Salpingitis auf. Eine rektale Infektion macht sich im Sekundärstadium als Proktitis bzw. Proktokolitis bemerkbar.

Durch entzündliche Gewebseinschmelzung kommt es zur Bildung von Abszessen und Fisteln. Die Haut über den Lymphknoten verfärbt sich livide, durch die zunehmende Gewebsverdünnung über den eingeschmolzenen Lymphknoten ist ein Durchbruch der Abszesse mit Entleerung von Pus auf die Hautoberfläche möglich.

Als Allgemeinsymptome können begleitend Fieber, Gelenk-, Muskel- und Kopfschmerzen auftreten.

5.3 Tertiärstadium

Das Tertiärstadium des unbehandelten Lymphogranuloma inguinale ist durch eine Chronifizierung mit ausgedehnter Fistelbildung und Fibrose der betroffenen Lymphsystemabschnitte gekennzeichnet. Dadurch kommt es zu einer Störung des Lymphabflusses mit chronischen Lymphödemen der abhängigen Körperpartien. In ausgeprägter Form können sie zu einer Elephantiasis des Genitales führen.

6 Diagnostik

Der Erregernachweis erfolgt am besten durch direkten DNA-Nachweis mittels PCR aus dem Lymphknotenaspirat oder einem Abstrich der Pustel. Alternativ kommen immunologische Methoden in Frage, z.B. der Immunfluoreszenztest (DFA) oder der Enzym-Immunoassay (ELISA). Der Nachweis durch Anzüchtung des Erregers auf Spezialmedien ist schwierig und aufwändig.

7 Differentialdiagnosen

8 Therapie

Das Lymphogranuloma inguinale wird durch orale Gabe von Antibiotika behandelt, z.B. durch Doxycyclin, Tetracyclin oder Erythromycin. Die Therapiedauer beträgt 3 Wochen. Der/die Sexualpartner müssen mitbehandelt werden.

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