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Donovanosis

Synonyme: Granuloma inguinale, Granuloma venereum, Wucherbeule, Granuloma pudendi tropicum, Granuloma pudendum tropicum
Englisch: donovanosis, granuloma inguinale, GI

1 Definition

Die Donovanosis ist eine durch das Bakterium Klebsiella granulomatis ausgelöste sexuell übertragbare Erkrankung (STD). Dabei entstehen chronische Ulzerationen im Genitalbereich.

nicht zu verwechseln mit: Lymphogranuloma venereum

2 Epidemiologie

Die Donovanosis ist endemisch auf den karibischen Inseln, in Südamerika, Südafrika, Südostindien, Papua-Neuguinea und bei den Aborigines in Zentralaustralien. In westlichen Industrieländern ist die Prävalenz sehr niedrig. Männer erkranken ungefähr zehnmal häufiger.

3 Ätiopathogenese

Die Donovanosis wird durch eine Infektion mit Klebsiella granulomatis (früher als Calymmatobacterium granulomatis bezeichnet) ausgelöst. Es handelt sich um ein gramnegatives, fakultativ anaerob wachsendes Stäbchen mit bipolarer Chromatinverdichtung in der Giemsa- oder Wright-Färbung. Der Erreger wächst intrazellulär in Makrophagen (Donovan-Körperchen).

Die Donovanosis ist eine STD, wobei multiple und langdauernde Kontakte für die Infektion notwendig sind. Bei MSM ist ein rektaler Befall möglich.

4 Klinik

Nach einer Inkubationszeit von 1-10 Wochen entwickelt sich eine Primärläsion aus multiplen, seltener singulären, schmerzlosen Papeln oder subkutanen Knoten. Diese ulzerieren und konfluieren zu granulomatösen Hautveränderungen. Die Ulzerationen sind schmerzhaft und bluten leicht.

Ungefähr 80 % der Patienten haben nur genitale Läsionen. In ca. 10 % der unbehandelten Fälle breiten sich die Läsionen flächenhaft nach peripher aus. Inguinal entstehende subkutane Granulome werden als Pseudobubonen bezeichnet, da die Lymphknoten nicht beteiligt sein (im Gegensatz zu den "Bubonen" bei Lymphogranuloma venereum).

Durch Obstruktion der Lymphgefäße entsteht eine Elephantiasis im Genitoanalbereich. Das Allgemeinbefinden ist i.d.R. nicht beeinträchtigt. Die entstehenden Ulzerationen erleichtern weiterhin die Übertragung von HIV und von anderen Infektionserkrankungen. Sekundärinfektionen können dann zu einer Lymphadenopathie führen. Disseminierte Infektionen mit Klebsiella granulomatis sind extrem selten, in Einzelfällen wurde eine Knochen- oder Leberbeteiligung beschrieben.

5 Diagnostik

Bei passender Symptomatik basiert die Diagnose primär den Ausschluss von Differenzialdiagnosen (v.a. Ulcus molle). Beweisend ist der mikroskopische Erregernachweis nach Abstrichentnahme und Anfärbung. In der HE-Färbung sind die Erreger intrazellulär in Makrophagen innerhalb eines dichten entzündlichen Infiltrats sichtbar. In der Giemsa-Färbung oder in der Versilberung lassen sich die Donovan-Körperchen besser identifizieren.

Klebsiella granulomatis ist kaum zu kultivieren. Serologische Tests stehen nicht zur Verfügung. Nukleinsäureamplifikationstechniken sind in Speziallaboratorien durchführbar.

6 Therapie

Die Therapie erfolgt mit Azithromycin (1 g/Woche) über 3 Wochen oder bis zur vollständigen Ausheilung. Alternativ kommen Trimethoprim-Sulfamethoxazol (160/800 mg zweimal täglich p.o. über 3 Wochen), Ciprofloxacin (500 mg zweimal täglich p.o. über 21 Tage) oder Doxycyclin (100 mg zweimal täglich p.o. über 21 Tage) in Frage.

Alle Sexualpartner müssen untersucht und mitbehandelt werden. Eine Abklärung weiterer STDs wird empfohlen.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

Diese Seite wurde zuletzt am 24. November 2020 um 20:20 Uhr bearbeitet.

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