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Erythema exsudativum multiforme

(Weitergeleitet von Erythema multiforme)

Synonyme: Erythema multiforme, Kokarden-Erythem

1 Definition

Unter dem Erythema exsudativum multiforme, kurz EEM oder EM, versteht man eine akute Entzündung im oberen Korium, die zu typischen kokardenförmigen Läsionen führt. Man unterscheidet eine Minor- und eine Major-Form.

2 Ätiologie

Zu den möglichen Auslösern des Erythema exsudativum multiforme gehören:

Häufig bleibt die Ursache der Erkrankung unklar.

3 Klinik

Prodromi der Erkrankung sind die Symptome einer banalen Infektion. Es kommt dann rasch zu den typischen Effloreszenzen, die aus zwei bis drei konzentrischen Ringen mit zentraler Papel oder Blase bestehen und konfluieren können. So entsteht das Bild trizonaler, schießscheibenartiger Kokarden.

3.1 Minor-Form

Bei der Minor-Form findet man vor allem an Handrücken und den Streckseiten der Arme die typischen Läsionen, die häufig im Frühjahr und Herbst rezidivieren.

3.2 Major-Form

Wenn zusätzlich eine deutliche Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes und Erosionen an den Schleimhäuten auftreten, spricht man von der Major-Form. Zusätzlich können Fieber und Arthralgien auftreten. Sekundärinfektionen stellen eine häufige Komplikation dar. Es besteht ebenfalls die Gefahr der Symblepharonbildung. Als Folge der Erkrankung können sich narbige Synechien ausbilden.

Das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und die toxische epidermale Nekrolyse (TEN) wurden früher aufgrund von Ähnlichkeiten in der Klinik als schwere Verlaufsformen des Erythema exsudativum multiforme angesehen. Diese Einschätzung gilt mittlerweile als überholt.[1]

4 Differenzialdiagnose

Differenzialdiagnostisch muss bei ausgeprägten Schleimhautveränderungen an das bullöse Pemphigoid, Pemphigus vulgaris, Lichen ruber und das Sweet-Syndrom gedacht werden.

5 Diagnose

Die Diagnose wird in der Regel klinisch gestellt. Medikamentenanamnese, Titerbestimmungen von HSV und Mykoplasmen und ggf. Tumorsuche können bei der Ursachensuche hilfreich sein.

6 Therapie

Besteht der Verdacht auf ein medikamenteninduziertes Erythema exsudativum multiforme, sollte das Medikament abgesetzt werden. Bei leichtem Befall wird zusätzlich lokal mit Kortikosteroiden behandelt, bei ausgeprägtem Verlauf werden orale Glukokortikoide, feuchte Umschläge, Mundspüllösungen, lokale Desinfektiva und breiige Kost verordnet. Um ein Symblepharon auszuschließend, sollte ein augenärztliches Konsil angefordert werden.

7 Quellen

  1. Wetter DA et al.: Erythema multiforme: Pathogenesis, clinical features, and diagnosis. UptoDate, abgerufen am 4.2.2021

Tags:

Fachgebiete: Dermatologie

Diese Seite wurde zuletzt am 4. Februar 2021 um 20:12 Uhr bearbeitet.

Fixed. Danke für den Hinweis
#2 am 04.02.2021 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Im Vergleich zu den atypischen Kokarden des Stevens-Johnson-Syndroms zeigen sich beim EEM trizonale, schießscheibenartige, papulourtikarielle Kokarden und ein milderer Krankheitsverlauf. Auslösend sind i.d.R. Infekte, Kontaktallergien und UV-Exposition. Das Stevens-Johnson-Syndrom wurde in der Vergangenheit auch als Steigerung der Major-Form des Erythema exsudativum multiforme angesehen, was inzwischen obsolet ist. Quelle: Amboss ( https://next.amboss.com/de/article/Ko0U1S?q=Stevens-Johnson-Syndrom#Z38608d9b28aec8df4daf301ef127fdfa )
#1 am 03.02.2021 von Avo Abadjian (Student/in der Humanmedizin)

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