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Trichomonas vaginalis

(Weitergeleitet von Trichomonaden)

von altgriechisch: θρίξ ("thrích") - Haar; μονάς ("monas") - Einheit, Einzelwesen
Englisch: Trichomonas vaginalis

1 Definition

Trichomonas vaginalis ist ein parasitisch lebendes, anaerobes Protozoon, das zur Familie der Trichomonadidae gehört. Trichomonaden sind die Erreger von Erkrankungen der Vagina, der Urethra und der Prostata, die man unter dem Begriff Trichomoniasis zusammenfasst. Infektionen erfolgen nur durch direkten Kontakt.

2 Erreger

Trichomoniasis ist eine Protozoonose, also eine durch parasitäre Protozoen verursachte Infektionserkrankung des Menschen. Unter den Protozoen zählen die Trichomonaden zu den Flagellaten, also den "begeißelten" Erregern (Lateinisch: flagellum - Geißel, Peitsche).

Weitere Vertreter dieser Gruppe sind z.B. Giardia lamblia, Trypanosomen und Leishmanien.

3 Übertragungsweg

Trichomonas vaginalis wird praktisch ausschließlich durch Geschlechtsverkehr übertragen, weshalb die Trichomoniasis zu den sexuell übertragbaren Krankheiten (sexually transmittes diseases, STD) gerechnet wird. Trichomonas vaginalis hat eine sehr geringe Umweltresistenz, einziges Erregerreservoir ist der Mensch.

Beim Mann verläuft die Erkrankung in 80 - 90% der Fälle ohne Symptome, es kann jedoch zu einer Urethritis kommen. Bei der Frau äußern sich die Symptome in einer Entzündung, der Trichomonadenkolpitis. Auch hier kann ein Befall der Harnröhre erfolgen.

4 Symptome

5 Diagnose

Der Nachweis erfolgt am besten im Vaginalsekret, in der Prostataflüssigkeit oder im Urinsediment des Morgenurins. In frischem Probenmaterial fallen die Erreger durch ihre Beweglichkeit auf, in nach Giemsa gefärbten Ausstrichpräparaten ist ein mikroskopischer Nachweis ebenfalls möglich. Trichomonaden können in Spezialnährmedien angezüchtet werden, auch molekulargenetische Assays sind verfügbar.

6 Therapie

Die Therapie erfolgt antibiotisch mit einmaliger Gabe von Metronidazol. Es wird entweder oral oder in Form von Vaginalsuppositorien verabreicht. Wichtig ist die Behandlung beider Geschlechtspartner, da es sonst durch einen Ping-Pong-Effekt zu Reinfektionen kommen kann.

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