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Osteoporose

Synonyme: Osteoporosis, Knochenschwund
Englisch: osteoporosis

1 Definition

Als Osteoporose bezeichnet man eine das Skelettsystem betreffende Erkrankung, die durch eine gestörte Remodellierung der Knochensubstanz und eine dadurch bedingte pathologische Mikroarchitektur der Knochen gekennzeichnet ist.
Die verminderte Knochendichte bei Osteoporose führt schließlich zu einer teilweise massiv gesteigerten Frakturgefährdung.

2 Hintergrund

Im Laufe des Lebens ist die Knochendichte ständig Veränderungen ausgesetzt. Während die Knochenmasse zunächst beim wachsenden Menschen in Kindheit, Jugend und frühem Erwachsenenalter zunimmt, wird um das dreißigste Lebensjahr herum ein Maximum erreicht. Dies bezeichnet man als "peak bone mass". Diese Spitzenwerte liegen bei Männern durchschnittlich höher als bei Frauen. Bei beiden Geschlechtern kommt es im Laufe der weiteren Lebensjahre zu einem kontinuierlichen Rückgang der Knochenmasse, der als Knochenschwund oder Osteoporose bezeichnet wird.

Dem Verlust an Knochenmasse liegt ein Missverhältnis zwischen Knochenaufbau durch Osteoblasten und Knochenabbau durch Osteoklasten zugrunde. Es wird mehr Knochenmasse durch die Osteoklasten abgebaut, als durch die Osteoblasten neu gebildet werden kann. Die relative Aktivität von Osteoklasten und Osteoblasten wird durch parakrine Faktoren, insbesondere den Osteoprotegerin-RANK-Liganden-Quotienten bestimmt, die ihrerseits durch zahlreiche endokrine Faktoren, u. a. Corticosteroide, Östrogene und Jodothyronine gesteuert werden.

3 Epidemiologie

Osteoporose ist eine Erkrankung, die sich in der Regel bei Frauen nach dem 45. beziehungsweise bei Männern ab dem 55. Lebensjahr manifestiert. Frauen sind mehr als doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die Angaben zur Prävalenz und Inzidenz sind schwankend. Die Prävalenz wird für Deutschland zwischen 4 und 8% der Gesamtbevölkerung angegeben.

4 Systematik

Man unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Osteoporose. Die folgende Einteilung geht auf Ringe zurück.

Neben direkten Ursachen für die Osteoporose lassen sich auch eine Reihe von Risikofaktoren ausmachen, zu denen neben einem höheren Lebensalter auch das Rauchen oder das Geschlecht zählen.

5 Symptome

Die Osteoporose verläuft zunächst völlig symptomlos und macht sich erst in fortgeschrittenen Krankheitsstadien bemerkbar. Zu den Symptomen der fortgeschrittenen Osteoporose zählen:

  • Frakturen (Oberschenkelhals, Handgelenk, Wirbelkörper)
  • Rückenschmerzen und Rundrücken
  • Größenverlust

6 Diagnose

Die Diagnose der Osteoporose umfasst in erster Linie die Ausschlussdiagnostik anderer den Knochenstoffwechsel betreffender Erkrankungen. Die Feststellung der Erkrankung erfolgt über Röntgenaufnahmen oder Osteodensitometrie.

Radiologisch lassen sich je nach Ausprägung verschiedene Befunde erheben:

Auch quantitative Ultraschall- oder Computertomographiemessungen dienen der Bestimmung der Knochendichte.
In seltenen Fällen ist die Entnahme von Knochenmaterial im Rahmen einer Biopsie indiziert.

7 Therapie

Die Therapie ist von der Ausprägung der Osteoporose abhängig und umfasst eine Reihe von Medikamenten, die auch alters- und geschlechtsabhängig verordnet werden müssen:

Daneben profitieren die Patienten von einer adäquaten Schmerzbehandlung sowie von physiotherapeutischen Maßnahmen. In seltenen Fällen muss eine operative Stabilisierung des Skelettsystems durchgeführt werden.

8 Links

Fachgebiete: Allgemeinmedizin

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