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Denosumab

Synonym: Denosumabum
Handelsnamen: Prolia®, Xgeva® u.a.
Englisch: denosumab

1 Definition

Denosumab ist ein monoklonaler Antikörper aus der Gruppe der RANK-Ligand-Inhibitoren, der zur Therapie der Osteoporose eingesetzt wird.

2 Biochemie

Denosumab gehört zu den Immunglobulinen, genauer gesagt zu den Glykoproteinen. Der humane Antikörper wird von sog. CHO-Zelllinien (Chinese Hamster Ovary Cells) gebildet, was durch eine rekombinante DNA-Technologie möglich ist. Aufgrund der posttranslationalen Modifikation – hier der Glykosylierung – können zur Herstellung von Denosumab nur Säugetierzellen eingesetzt werden. Bei einer biotechnologischen Produktion in Bakterien ist keine Modifikation nach der Translation möglich.

3 Indikationen

Die Hauptindikation stellt die Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Risiko für Knochenbrüche dar. Weitere Indikationen sind:

4 Applikationsform

Das Arzneimittel wird in Form einer Injektionslösung subkutan appliziert.

5 Pharmakokonetik

Die Plasmahalbwertszeit beträgt durchschnittlich 26 Tage.

6 Wirkmechanismus

Die Wirkung von Denosumab als humaner monoklonaler Antikörper erklärt sich durch seine hochaffine Bindung an RANKL, was schließlich dazu führt, dass die Interaktion mit RANK blockiert wird. RANK ist dafür zuständig, dass Vorläuferzellen in die knochenabbauenden Zellen, nämlich Osteoklasten, umgewandelt werden, woraus die Knochenresorption resultiert. Wird dieser Signalweg durch Denosumab gehemmt, kommt es zu keinem Knochenabbau mehr.

7 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Denosumab beeinflusst das Immunsystem und die Infektabwehr. Die Anwendung bei immunsupprimierten bzw. immungeschwächten Patienten sollte nur unter äußerster Vorsicht erfolgen. Eine zeitnahe Impfung mit Lebendimpfstoffen sollte ebenfalls vermieden werden.

8 Kontraindikationen

9 Risiken

Atypische Femurfrakturen bei postmenopausalen Frauen mit Osteoporose, wobei die kürzeste Dauer der Denosumab-Exposition bis zur Diagnose einer atypischen Femurfraktur 2,5 Jahre betrug.

10 Hinweise

  • Bei Hautentzündungen (Schwellung, Rötung, Schmerz) sollte sofort einen Arzt aufgesucht werden.
  • Patienten sollten berichten, wenn atypische Oberschenkel-, Hüft- oder Leistenschmerzen auftreten. Es sollte dann umgehend auf eine unvollständige Femurfraktur hin untersucht werden. Bei einer Femurschaftfraktur sollte auch der kontralaterale Femur untersucht werden. Die Therapie mit Denosumab sollte bei Verdachtsdiagnose unverzüglich abgebrochen werden.
  • Vor der Behandlung mit Denosumab muss ein Kalziummangel ausgeglichen und eine angemessene Versorgung mit Kalzium und Vitamin D3 sichergestellt werden. Während der Therapie sollten regelmäßige Kontrollen des Kalzium- und Vitamin D3-Spiegels erfolgen.

11 Links

Sicherheitsaspekte bei der Anwendung von Denosumab

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Fachgebiete: Arzneimittel

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