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Protonenpumpenhemmer

Abkürzung: PPI
Synonym: Protonenpumpeninhibitor, Protonenpumpenblocker
Englisch: proton pump inhibitor

1 Definition

Protonenpumpenhemmer sind Medikamente, welche die Sekretion von Magensäure hemmen.

2 Indikationen

Eingesetzt werden Protonenpumpenhemmeren unter anderem im Rahmen der Behandlung von:

3 Substanzen

Die als Protonenpumpenhemmer verfügbaren Substanzen sind Benzimidazolderivate, die als Prodrugs eingenommen werden und am Wirkort in die wirksame Form überführt werden. Gebräuchliche Substanzen sind:

Die Substanzen unterscheiden sich maßgeblich in ihrer Pharmakokinetik.

4 Pharmakodynamik

Der Wirkungsmechanismus der Protonenpumpenhemmer ist einheitlich. Die H+/K+-ATPase in den Belegzellen der Magenschleimhaut wird gehemmt. Damit wird die Sekretion von Protonen in den Magen und somit die Entstehung von Salzsäure wirkungsvoll gehemmt.

Die Protonenpumpenhemmer erreichen ihren Wirkort nach Resorption aus dem Gastrointestinaltrakt mit dem Blut. Sie werden durch die basolaterale Zellmembran der Belegzelle in die Zelle aufgenommen und reichern sich dort im sauren Milieu der membranständigen Canaliculi an. Dort werden die Substanzen durch Anlagerung eines Protons in die aktive Form (Sulfenamid-Form) überführt.

Durch Ausbildung einer Disulfidbrücke mit der H+/K+-ATPase wird dieses Enzym irreversibel blockiert. Die Säuresekretion kann dann erst wieder stattfinden, wenn neue H+/K+-ATPasen synthetisiert sind (2-3 Tage).

5 Gruppenspezifische Nebenwirkungen

Protonenpumpenhemmer rufen selten unerwünschte Nebenwirkungen hervor, die meistens harmloser Natur sind. Beschrieben sind unter anderem:

Dem physiologischen Mechanismus der Wirkung entsprechend, kommt es nach Einnahme von Protonenpumpenhemmer reaktiv zu einer vermehrten Ausschüttung von Gastrin. Die Relevanz dieser medikamenteninduzierten Hypergastrinämie ist bisher nicht klar. Tierexperimentelle Befunde zeigen eine erhöhte Inzidenz von Karzinoiden des enterochromaffinen Systems. Beim Menschen konnten bisherige (2006) Langzeitstudien keinen solchen Zusammenhang etablieren.

Zuletzt (2012) wurde die mögliche Nebenwirkung einer symptomatischen Hypomagnesiämie bei Langzeitanwendung vermehrt diskutiert. Daten zur Häufigkeit exisiteren noch nicht.

6 Wechselwirkungen

Der Metabolismus der Protonenpumpenhemmer erfolgt überwiegend durch CYP2C19, sodass Wechselwirkungen bestehen können. Ausgeprägt sind diese vor allem bei Omeprazol. Neuere Substanzen weisen bezüglich der Wechselwirkungen ein günstigeres Profil auf.

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