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Antazidum

Synonym: Antacidum

1 Definition

Als Antazidum werden basische Substanzen bezeichnet, die nach Einnahme die Säure des Magensaftes neutralisieren und damit zur Linderung von Sodbrennen und epigastrischen Schmerzen beitragen.

2 Substanzen

Es handelt sich um basische Salze von Magnesium, Aluminium und Calcium:

Gängig sind auch Kombinationen und Komplexverbindungen aus Aluminiumhydroxid (lange Wirkung) und Magnesiumhydroxid (schneller Wirkungseintritt) wie zum Beispiel:

Die Kombination bietet zudem den Vorteil, dass die obstipative Wirkung des Aluminiumhydroxids durch die laxierende Wirkung des Magnesiumhydroxids kompensiert wird.

Die Anwendung von Natriumhydrogencarbonat als Antazidum ist kontraindiziert, da nach einer schnellen Wirksamkeit der pH-Wert des Magensaftes stark ansteigt wodurch reaktiv hohe Mengen Gastrin ausgeschüttet werden. Folge ist eine ausgiebige Übersäuerung des Magensaftes, also das genaue Gegenteil des Therapieziels.

3 Wirksamkeit & Anwendung

Antazida wirken rein symptomatisch und werden daher zwischen den Mahlzeiten eingenommen, wenn die puffernde Wirkung der eingenommenen Mahlzeit abklingt. Angewendet werden Antazida daher bei funktionellem Sodbrennen und zur Schmerzlinderung bei Refluxkrankheit. Bei der Behandlung des Ulcus ventriculi haben Antazida durch Verfügbarkeit besser wirksamer Alternativen nur noch geringe Bedeutung.

4 Gruppenspezische Neben- und Wechselwirkungen

Antazida können die Bioverfügbarkeit bestimmter eingenommener Medikamente (z.B. Doxycyclin, Eisen) herabsetzen, da Komplexe mit den eingenommenen Substanzen gebildet werden.

  • MERKE: Medikamente sollten frühestens 2-3 Stunden nach Einnahme von Antazida eingenommen werden.

Insbesondere bei Patienten mit einer Niereninsuffizienz kommt es zu einem relevanten Verlust an Säureäquivalenten. Dadurch wird der Urin alkalisiert, was eine Nephrolithiasis begünstigt. Auch kann es bei allen Antazida zu einer reaktiven Ausschüttung von Gastrin kommen, die jedoch nicht so ausgeprägt ist wie bei Natriumhydrogencarbonat.

Magnesium- und aluminiumhaltige Verbindungen haben ihrerseits spezielle Nebenwirkungen.

Fachgebiete: Pharmakologie

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