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Vitamin-D-Mangel

1 Definition

Ein Vitamin-D-Mangel liegt vor, wenn der physiologische Bedarf an Vitamin D nicht gedeckt ist.

2 Referenzbereich

Die normale 25(OH)Vitamin-D3-Konzentration im Blut liegt beim Erwachsenen in den Sommermonaten zwischen 20 und 60 ng/ml. Werte unter 10 ng/ml deuten auf eine signifikante Unterversorgung mit erhöhter Gefahr einer Rachitis beim Kind bzw. einer Osteomalazie beim Erwachsenen.

Laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollte die Vitamin-D-Konzentration im Serum mindestens 20 ng/ml bzw. 50 nmol/l betragen. Es handelt sich nicht um "Normwerte", sondern um Zielwerte. Die Werte in der Normalbevölkerung liegen teilweise deutlich niedriger.

3 Ursachen

  • Verminderte Produktion: Vitamin D wird bei Sonnenexposition unter dem Einfluss von UV-Strahlung in der Haut gebildet. Mangelnde Sonnenexposition kann deshalb zu einem Vitamin-D-Mangel führen. Dies kommt vermehrt vor
    • in den Wintermonaten
    • bei Menschen mit dunkler Hautfarbe (höhere Filterwirkung)
    • bei Menschen, die stark bedeckende Kleidung tragen
    • bei Menschen, die sich wenig oder nicht im Freien aufhalten (z. B. Bettlägerige)
  • Mangelnde Aufnahme von Vitamin D mit der Nahrung
  • Malabsorptionsstörungen (z.B. Sprue, Zöliakie)

4 Pathophysiologie

Ein Vitamin-D-Mangel führt zu einer Störung des Knochenstoffwechsels, der Osteomalazie. Die Knochenmatrix (Osteoid) wird unzureichend mineralisiert, der entstehende Knochen ist mechanisch nicht voll belastungsfähig.

Bei Vitamin-D- Mangel wird weniger Kalzium aus der Nahrung aufgenommen. Der Körper mobilisiert Kalzium aus den Knochen, um das Serumkalzium zu stabilisieren. Dadurch entsteht ein sekundärer Hyperparathyreoidismus. Die Parathormon-Konzentration im Serum ist erhöht.

Inzwischen mehren sich wissenschaftliche Daten, dass Vitamin-D-Mangel ein unabhängiger Risikofaktor für verschiedenste Krankheiten ist, unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Malignome und Immundefekte. Vitamin D wird mehr und mehr als "Universalhormon" betrachtet. Beispielsweise wurde 2014 entdeckt, dass bei Patienten, die wegen eines B-Zell-Lymphoms behandelt wurden, eine Subgruppe mit höheren Vitamin D-Spiegeln einen signifikant besseren Krankheitsverlauf hatte[1].

5 Symptome

6 Therapie

7 Quellen

  1. Bittenbring JT et al: Vitamin D Deficiency Impairs Rituximab-Mediated Cellular Cytotoxicity and Outcome of Patients With Diffuse Large B-Cell Lymphoma Treated With but Not Without Rituximab. J Clin Onkol 2014;(32):3242-48

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