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Melanin

von griechisch: mélas - schwarz
Englisch: melanin

1 Definition

Melanin ist ein Pigment, das beim Menschen für die Färbung der Haut, Aderhaut und Haare verantwortlich ist und bei verschiedenen Lebewesen zu ähnlichen Zwecken vorkommt.

2 Formen

Bei Melanin handelt es sich um einen schwarz-braunen oder rötlichen Farbstoff. Man kann das bräunlich-schwarze Eumelanin vom eher hellen gelb-rötlichen, schwefelhaltigen Phäomelanin unterscheiden. Eine weitere Gruppe der Melanine bilden die so genannten Allomelanine. Melanin liegt zumeist proteingebunden vor.

3 Vorkommen und Synthese

Melanin findet sich in der Tinte von Tintenfischen, in Pflanzen, Mikroorganismen, Insekten, Pilzen sowie bei Wirbeltieren und beim Menschen.

Die Allomelanine, welche sich vorwiegend in Mikroorganismen und Pflanzen finden lassen, entstehen aus Hydroxybenzolen. Das Eumelanin dagegen entsteht durch enzymatische Oxidation der Aminosäure Tyrosin und ist im Syntheseweg ein Abkömmling des L-Dopa, einer Vorstufe des Dopamins. Das Phäomelanin ist schwefelhaltig.

Im menschlichen Haar und in der Haut finden sich Mischformen des Phäo- und Eumelanins. Das Verhältnis von Eumelanin zu Phäomelanin bestimmt neben anderen Faktoren den Hauttyp des betreffenden Menschen. Bei rothaarigen Menschen mit üblicherweise sehr heller Haut findet sich ein relativ hoher Anteil an Phäomelanin. Der Anteil des Phäomelanins nimmt mit zuehmender Dunkelheit der Haare und der Haut ab.

Die Synthese des Melanins wird neben der Einwirkung von Sonnenlicht auch durch das Melanozytenstimulierendes Hormon (MSH), einem Spaltprodukt des Proopiomelanocortins (POMC), gefördert.

Aus POMC entstehen in der Hypophyse unter anderem ACTH und MSH (Melanozytenstimulierendes Hormon). Bei exzessiver ACTH-Produktion aufgrund eines Morbus Addison findet sich daher, durch das parallel entstehende MSH, eine Hyperpigmentation der Haut.

4 Klinische Bedeutung

Das Melanin bildet sich zunehmend bei Sonneneinstrahlung und scheint als Lichtschutz für die Haut vor UV-Strahlung zu wirken. Hier ist vor allem das Eumelanin von Bedeutung, da aufgrund der häufigeren Erkrankung von rothaarigen Personen an sonneninduzierten Hautkrebs eine mögliche Sensibilisierung der Haut durch den Melanintyp Phäomelanin diskutiert wird. Stärker pigmentierte Personen erkranken dagegen eher selten an sonneninduziertem Hautkrebs.

Durch im Verlauf der Lebenszeit erworbene Schäden an der Erbsubstanz oder auch genetische Faktoren kann es zu einer Synthesestörung des Melanins kommen. Daraus resultierend kommt es bei einer Blockade der Produktion des Melanins zu einer Erscheinung mit äußerst heller Haut, sehr hellen Haaren, blau-grauen oder blauen Augen. Die Augen können je nach Lichteinfall rot erscheinen, was man auch als Albinismus bezeichnet.

Bei einer Überpigmentierung treten vermehrt braune Flecken im Sinne von Leberflecken, Muttermalen und Sommersprossen auf, welche unter Umständen auch maligne entarten können und dann als malignes Melanom bezeichnet werden.

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