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Aktinische Keratose

von griechisch: κέρας (kéras) - Horn
Synonyme: Solare Keratose, Lichtkeratose
Englisch: actinic keratosis

1 Definition

Die aktinische Keratose ist eine epitheliale Präkanzerose der Haut, die sich zu einem Plattenepithelkarzinom (Spinaliom) entwickeln kann.

ICD10-Code: L57.0

2 Epidemiologie

Aktinische Keratosen treten bevorzugt bei Menschen mit hellem Hauttyp auf, die sich in der Freizeit oder berufsbedingt viel im Freien aufhalten. Der Erkrankungsgipfel liegt jenseits des 50. Lebensjahres, wobei - abhängig von der Dauer und Intensität der Lichtexposition - auch jüngere Patienten betroffen sein können. Die Prävalenz der Erkrankung liegt Deutschland bei rund 12 % der 60-70-jährigen.

3 Ätiologie

Eine aktinische Keratose entsteht durch eine kumulative Schädigung der Haut durch UV-Strahlen. Die UV-Strahlen verändern das Genom der basalen Hautzellen (Keratinozyten, Melanozyten und Fibroblasten).

An der malignen Transformation sind humane Papillomviren (HPV) beteiligt.

4 Risikofaktoren

5 Histologie

Bei der aktinischen Keratose werden die normalen Epithelzellen der Haut durch atypische Keratinozyten ersetzt. Im Bindegewebe findet sich eine Elastose.

6 Klinik

Aktinische Keratosen treten einzeln oder multipel in lichtexponierten Hautarealen auf, z.B. auf der Stirn, auf der Nase oder im Dekolleté. Sie können einen sehr unterschiedlichen Aspekt haben.

Meist manifestieren sie sich als raue, schuppende Makeln, Papeln oder Plaques, deren Farbe von hautfarben über rötlich bis rötlich-braun variiert. Der Durchmesser kann von wenigen Millimetern bis etwa 2-3 Zentimetern reichen. Mit zunehmender Hyperkeratose verfärbt sich die Hautveränderung aufgrund einer Vermehrung der Hornzellen weißlich. Im Spätstadium kommt es zu verrukösen Hautwucherungen, die deutlich über das Niveau der Umgebung erhaben sind.

6.1 Histologische Einteilung

Man unterscheidet klinisch verschiedene Formen der aktinischen Keratose, die auch histologisch unterschiedliche Eigenschaften aufweisen können, z.B.:

6.2 Klinische Einteilung

Nach Olsen werden aktinische Keratosen nach ihrem klinischen Aspekt in einen Grad I bis III klassifiziert.

  • Grad I: Leichte aktinische Keratose. Einzelne oder wenige, unscharf begrenzte, millimetergroße Läsionen. Schwach rötlich, besser zu ertasten als zu sehen.
  • Grad II: Mittelschwere aktinische Keratose. Fortgeschrittene Läsionen. Weißliche oder rötliche Verfärbung aufgrund der Hyperkeratose. Gut zu sehen und zu tasten.
  • Grad III: Schwere aktinische Keratose. Dicke, verruköse Hautwucherungen, die fest mit dem Untergrund fest verwachsen sind.

7 Therapie

Für die Therapie aktinischer Keratosen kommen verschiedene Methoden in Betracht. Man unterscheidet zwei verschiedene Therapieansätze, die läsionsorientierte Therapie und die Feldtherapie.

Die läsionsorientierte Therapie fokussiert sich auf die Entfernung der veränderten Hautareale. Zu ihr zählen z.B. die

Kleinere Läsionen können dabei meist in Lokalanästhesie entfernt werden.

Die Feldtherapie bezieht neben den sichtbaren Hautveränderungen klinisch inapparente Veränderungen mit in die Therapie ein, d.h. Hautabschnitte, die bereits UV-Schäden aufweisen, aber makroskopisch noch nicht als aktinische Keratose in Erscheinung treten. Hierzu zählen das

Die photodynamische Therapie (PDT) nimmt eine Zwitterstellung zwischen beiden Ansätzen ein.

8 Prophylaxe

Bei aktinischen Keratosen ist die Vorbeugung weiterer Hautveränderungen durch das Meiden intensiver UV-Strahlung essentiell. Patienten sollten eine direkte Sonnenexposition unbedingt vermeiden und entsprechende Kleidung (langärmliges Hemd, Hut) tragen. In allen sonnenexponierten Hautarealen, die nicht durch Kleidung abgedeckt werden können, ist eine konsequente Prophylaxe mit Sonnenschutzmitteln notwendig.

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