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Röhrenknochen

Synonym: Os longum

Inhaltsverzeichnis

1 Definition [bearbeiten]

Röhrenknochen sind Knochen, welche eine einheitliche Markhöhle haben und dem Namen entsprechend eine längliche Form zeigen. Zu den Röhrenknochen zählt man unter anderem den Femur (Oberschenkelknochen), die Tibia (Schienbein), die Fibula (Wadenbein) sowie den Humerus (Oberarmknochen), den Radius (Speiche) und die Ulna (Elle).

2 Aufbau [bearbeiten]

Ein Röhrenknochen weist zwei Epiphysen an den Enden und eine dazwischen gelegene Diaphyse auf. Der Übergangsbereich zwischen Epiphyse und Diaphyse wird auch Metaphyse genannt. In seiner Gesamtheit wird der Röhrenkonchen, wie nahezu alle Knochen, von der Knochenhaut (Periost), umgeben.

In den Röhrenknochen lassen sich zwei Knochenarchitekturen unterscheiden:

2.1 Epiphyse [bearbeiten]

Die Epiphysen bilden die beiden Enden des Röhrenknochens und tragen die knorpeligen Gelenkflächen. Im diesem Knochenbereich ist die Compacta eher dünn ausgebildet. Dafür findet sich in der der Substantia spongiosa ein ausgeprägtes Trabekelwerk, das sich nach der Belastung des Knochens ausrichtet. Es verleiht der Epiphyse eine hohe Stabilität bei verhältnismäßig geringem Gewicht. Im Alter erfolgt ein Abbau dieser Trabekel, was auch als Osteoporose bezeichnet wird und mit einer erhöhten Frakturneigung und geringeren Stabilität einhergeht.

2.2 Epiphysenfuge [bearbeiten]

Zwischen den Epiphysen und der Diaphyse befinden sich die so genannten Epiphysenfugen. Sie sind während der Wachstumsphase von hyalinem Knorpel ausgefüllt. Hier findet das Längenwachstum des Knochens statt.

Nach Abschluss des Wachstums (mit etwa dem 20.Lebensjahr) beginnt die Epiphysenfuge zu verknöchern und bleibt folgend als Epiphysenlinie erhalten.

2.3 Diaphyse [bearbeiten]

In der mittig gelegenen Diaphyse befindet sich das Knochenmark in den Markhöhlen. Die Markhöhlen befinden sich im Inneren der Diaphyse und ersetzen die hier spärlich ausgebildete Substantia spongiosa der Diaphyse. Folglich findet sich in diesem Knochenabschnitt vorwiegend Substantia compacta.

In der Diaphyse lassen sich darüber hinaus noch Foramina nutricia finden, kleine Löcher, durch die Arterien zur Versorgung des Knochens in selbigen eintreten. Die Versorgung der Epiphysen erfolgt zumeist unabhängig von der Versorgung der Diaphyse durch eigene Arteriae epiphysiales.

3 Pathologie [bearbeiten]

Eine Fraktur des Röhrenknochens ist eine Folge übermäßiger mechanischer Belastung des Knochens, wie sie zum Beispiel bei Sportarten wie Skifahren, Mountainbiking oder ähnlichem auftreten kann. Ursache ist meist ein plötzliche heftige Gewalteinwirkung, welcher der Knochen nicht standhalten kann. Die Fraktur kann dabei je nach Ereignis einfach oder mehrfach, sowie offen oder geschlossen sein. Oft zeigen sich neben starken Schmerzen abnorme Bewegungsausmaße oder auch enorme Fehlstellungen des betroffenen Knochens.

Ein Sonderfall der Frakturen ist hier eine so genannte Grünholzfraktur, bei der das Periost bei einem noch nicht voll entwickelten kindlichen Knochen die Bruchstelle zusammenhält und sie damit auch auf einem Röntgenbild nur schwer erkennbar macht. Grünholzfrakturen treten meist nur bis zum zehnten Lebensjahr auf.

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Fachgebiete: Allgemeine Anatomie

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Nadine Feyer schreibt seit dem 11.06.2011 im Flexikon, hat bereits 71 neue Artikel publiziert und 56 Artikeldetails verbessert.

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