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Status epilepticus

Synonym: epileptischer Status

1 Definition

Als Status epilepticus bezeichnet man einen persistierenden epileptischen Anfall.

2 Klassifikation

Generell kann jeder epileptische Anfall in einen Status degenerieren, wobei gemäß der jeweiligen Anfallsform

unterschieden werden.

2.1 Konvulsiver Status

2.1.1 Ätiologie

Konvulsive Status können als Erstmanifestation oder Komplikation eines generalisierten Anfalls (Grand mal) imponieren. Als sekundäre Ursachen gelten Hypoglykämie, Alkohol- und Drogenentzug.

2.1.2 Klinik

Grand-mal-Status sind durch anhaltende (>5 Minuten) tonisch- klonische Krämpfe und Bewusstlosigkeit des Anfallsleidenden charakterisiert. Aufgrund der potentiellen Ausbreitung der pathologischen neuronalen Erregungsbildung auf die vitalen Regelzentren des Stammhirns (Atemzentrum, Kreislaufzentrum), die Sturzsymptomatik und den lateralen Zungenbiss gelten sie als komplikationsreich und akut lebensbedrohlich.

2.1.3 Diagnostik

Ein erstmalig auftretender konvulsiver Status unbekannter Genese erfordert die Ursachenabklärung mittels

2.1.4 Therapie

Die Therapie erfolgt durch stufenweise intravenöse Applikation von

Bei therapierefraktären Verläufen sollten anästhetische Antikonvulsiva (z.B. Phenobarbital) hinzugezogen werden, die gegebenenfalls durch medikamentöse Muskelrelaxation und Intubation des Patienten zu ergänzen sind.

Hypoglykämien sind durch begleitende Glucoseinfusionen auszugleichen.

2.2 Fokaler Status

Fokale Status äußern sich durch partiell motorische Anfallsleiden ohne Beeinträchtigung des Bewusstseins. Sie werden als unangenehm empfunden, sind jedoch nicht lebensbedrohlich. Als Sonderform und eigenständiges Krankheitsbild mit Statuscharakter gilt die Epilepsia partialis continua.

2.2.1 Therapie

Die Therapie erfolgt mittels intravenöser Applikation von Benzodiazepinen, wie z.B. Lorazepam oder Diazepam.

2.3 Nonkonvulsiver Status

Als nonkonvulsive Status werden Status aller nicht motorischen Anfallsleiden (partielle Anfälle, Absence-Anfälle) bezeichnet, deren Symptomatik sich vorwiegend in psychischen Beschwerden äußert, darunter

  • anhaltende Desorientiertheit
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • geistige Retardierung
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen

2.3.1 Diagnostik

Aufgrund der unspezifischen Symptomatik ist die Diagnostik des nonkonvulsiven Status erschwert. Typisch ist das Auftreten von Delta-Wellen und Krampfpotentialen (Sharp-waves, Spikes) im EEG-Befund.

2.3.2 Therapie

Die Behandlung des nonkonvulsiven Status erfolgt mittels intravenöser Benzodiazepinapplikation und (Erst-)Einstellung mit oralen Antikonvulsiva (z.B. Valproat, Phenytoin).

siehe auch: Epilepsie

Fachgebiete: Neurologie

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