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Creatinkinase

(Weitergeleitet von Kreatinkinase)

Synonyme: Kreatinkinase, Creatinphosphokinase
Abkürzungen: CK, CPK
Englisch: creatine kinase, creatine phosphokinase

1 Definition

Kreatinkinasen sind zur Gruppe der Kinasen gehörende dimere Enzyme, welche die Übertragung einer Phosphatgruppe von Kreatinphosphat (Phosphokreatin) auf ADP katalysieren (Lohmann-Reaktion). Sie kommen im Zytosol verschiedener energieverbrauchender Zellen vor. 

Reaktionsgleichung
ADP + KrP Creatinkinase ATP + Kr

2 Biologische Funktion

Die Creatinkinase stellt im Muskel Creatinphosphat als kurzfristige Energiereserve bereit. Dieses rephosphoryliert das Stoffwechselprodukt ADP zum Energielieferanten ATP, der in den ersten Sekunden der Muskelarbeit Energie bereitstellt. Ohne die CK wären die ATP-Vorräte nach 1-2 Sekunden erschöpft und die Muskelarbeit käme zum Erliegen, bevor die anaerobe Glykolyse einsetzen und ebenfalls Energie in Form von ATP bereitstellen kann.

3 Einteilung

Man unterscheidet mehrere Isoenzyme der Creatinkinase. Drei davon kommen im Zytosol vor, zwei in den Mitochondrien.

3.1 Isoenzyme des Zytosols

  • CK-BB: Brain type CK mit zwei B-Proteinuntereinheiten. Dieses Enzym kommt vor allem im Zentralnervensystem vor. 
  • CK-MB: Muscle-Brain type CK mit einer M- und einer B-Untereinheit. Die CK-MB ist vorwiegend im Myokard lokalisiert und damit ein diagnostischer Marker des akuten Myokardinfarktes
  • CK-MM: Muscle type CK mit zwei M-Untereinheiten. Dieses Enzym findet sich vorwiegend in der Skelettmuskulatur.

3.2 Mitochondriale Isoenzyme

  • CKMT1A, CKMT1B: Mitochondriale Creatinkinase 1, auch ubiquitäre mitochondriale Creatinkinase (umtCK) genannt
  • CKMT2: Mitochondriale Creatinkinase 2, auch sarkomerische mitochondriale Creatinkinase (smtCK) genannt

4 Diagnostische Bedeutung

In der Labordiagnostik wird die Aktivität der Creatinkinase im Plasma bzw. Serum vor allem bei Verdacht auf Herz- oder Skelettmuskelerkrankungen bestimmt.

Besondere Bedeutung kommt der CK-MB im Rahmen der Myokardinfarktdiagnostik zu, um Zellnekrosen von Kardiomyozyten nachzuweisen. Als sensibler und relativ sensitiver Parameter steigt sie bei Herzmuskelschäden rasch, noch vor den Troponinen an. Die CK-MB ist daher vor allem in der Frühphase des Infarktes von Bedeutung, wenngleich sie nicht die Spezifität der Troponine erreicht.

siehe auch: Labordiagnostik beim Herzinfarkt

5 Referenzbereich

Der Referenzbereich für Messungen bei 37 °C ist nach Angaben des IFCC für

  • Männer: < 170 U/l
  • Frauen: < 145 U/l
  • Kinder: ≤ 370 U/l

Ausschlaggebend ist der vom untersuchenden Labor angegebene Referenzwert.

6 Interpretation

Eine erhöhte Aktivität der Creatinkinase sieht man bei bzw. nach

Bei Erkrankungen der Skelettmuskulatur ist der CK-Wert meist deutlich (auf über 25.000 U/l) erhöht. Bei einem Herzinfarkt bleibt der CK-Wert meistens unter 7.500 U/l.

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