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Laktatazidose

Synonyme: Milchsäureazidose, Laktazidose
Englisch: lactic acidosis

1 Definition

Die Laktatazidose, meistens kurz als Laktazidose bezeichnet, ist eine Form der metabolischen Azidose, bei der ein Abfall des pH-Wertes im Blut durch die Anhäufung von Milchsäure bzw. des Säureanions Laktat bedingt ist.

Von einer Laktatazidose spricht man in Abgrenzung zur metabolischen Azidose anderer Ursache, wenn der pH-Wert erniedrigt (< 7,36) und gleichzeitig die Laktatkonzentration erhöht ist (> 5 mmol/l).

2 Ätiologie

Die Laktatazidose ist eine häufige Form der metabolischen Azidose. Ursachen können unter anderem sein:

3 Pathophysiologie

Eine Laktatazidose entsteht vor allem, wenn unter Sauerstoffmangel das Pyruvat aus der Glykolyse zu Laktat abgebaut wird. Laktat kann in gewissen Ausmaßen in der Leber im Rahmen der Gluconeogenese eliminiert werden. Fällt die Leberfunktion ab, kann eine massive Laktatanhäufung nicht mehr kompensiert werden. Da es sich bei Laktat um das Anion der Milchsäure handelt, ist dessen Anhäufung selbst nicht ursächlich für die Azidose, sondern wahrscheinlich der Cotransport von Protonen. Er könnte auf einer Verschiebung des Gleichgewichts von ADP/ATP zugunsten des ADP und freier H+-Ionen bei vermehrter Arbeit oder verringerter Sauerstoffversorgung beruhen.

Bei der medikamentös induzierten Laktatazidose spielt die Hemmung der Atmungskette eine entscheidende Rolle. Metformin beispielsweise blockiert den Elektronentransport in der Atmungskette. Dadurch steigt der anaerobe Stoffwechsel. Ähnliches gilt für Infusionslösungen mit Fructose oder Sorbit.

Ein Thiaminmangel wirkt sich in Form einer Aktivitätsminderung des Citratzyklus aus. Dadurch häuft sich Pyruvat an und wird vermehrt zu Laktat umgesetzt.

4 Labordiagnostik

Eine Azidose kann unschwer durch Blutgasanalyse festgestellt werden. Zur Messung von Laktat siehe Hauptartikel Laktat.

5 Therapie

Eine erfolgreiche Therapie ist nur bei Beseitigung der auslösenden Ursache möglich. Bikarbonat sollte zur Korrektur der Azidose vorsichtig eingesetzt werden, da es die Azidose unter Umständen weiter verschlimmern kann. Die Beachtung der Kontraindikationen beim Einsatz von Metformin kann die Entstehung von Laktatazidosen unter der Therapie verhindern.

Bei irreversibel geschädigter Leber kann eine Laktatazidose nicht beherrscht werden, so dass außer einer Lebertransplantation keine kausale Therapie möglich ist.

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